Weltblatt für den
Kreis 1


Immobilienprojekt «Rothus und Schwert»
Hotel, Läden und Wohnungen



Am 1. November wurde das mit Spannung erwartete Projekt «Rothus und Schwert» präsentiert. Bei den Liegenschaften Marktgasse 14 und 17 stehen bedeutende Veränderungen an.

Wenn man die Marktgasse hochkommt und sich nach links wendet, steht man zwischen den Liegenschaften, denen die Aufmerksamkeit gilt. Zur Linken die Marktgasse 17, zunächst das Eckhaus mit dem Restaurant «Barrique» und anschliessend das «Rothus», in dem sich das Hotel und Restaurant «Zic Zac» befindet sowie im Obergeschoss das Restaurant «Khan’s». Zur Rechten ist die Marktgasse 14 mit dem Hotel «Goldenes Schwert», den Clubs «T & M» und «Aaah», der Bar «Pigalle», einem Take-Away sowie dem Kleiderladen «Box».
Diese Liegenschaften gehören je zur Hälfte den beiden Unternehmern Beat Curti (1937) und Hans Jecklin (1945). Curti war Unternehmer in den Bereichen Detailhandel und Medien, heute bei den Goldbach Medien. Jecklin gründete die Swiss Casinos, den Grundstein gelegt hatte er mit der Tivolino-Gruppe, welche Spielsalons betrieb. 1986 ersteigerte er die beiden Liegenschaften an der Marktgasse und gründete hier unter anderem das Variété «Polygon». 2004 beteiligte sich Beat Curti zur Hälfte an den Liegenschaften.

Marktgasse 14
Das Basler Architekturbüro Miller & Maranta hat sich gegen drei Mitbewerber durchgesetzt und im August 2010 den Studienauftrag für das Bauprojekt zugesprochen erhalten.
Das Gebäude zur Rechten ist ein solider Betonbau aus dem Jahre 1951, wie Quintus Miller ausführte. Obschon nicht unter Denkmalschutz, wollen die beiden Bauherren das Haus erhalten und umbauen statt es durch einen Neubau zu ersetzen.
Die einschneidenste bauliche Massnahme ist die Drehung des Daches um 90 Grad. Damit kommt das Gebäude giebelseitig zur Gasse zu stehen, mit dem Effekt, dass in den obersten Geschossen die Lichtverhältnisse optimiert werden, ebenso in den Nachbargebäuden. Ansonsten soll die Struktur weitgehend erhalten bleiben, etwa auch das Treppenhaus mit der geschwungenen Treppe bleibt bestehen.
Heute Hotel und Gastrobetriebe sowie Laden (die Tiefgarage im Untergeschoss bleibt erhalten), sieht die künftige Nutzung im Erdgeschoss bis zu 850 Quadratmeter Ladenfläche vor, im ersten Obergeschoss gibt es Büros und in den oberen vier Geschossen entstehen anstelle der bisherigen Hotelzimmer zwölf Wohnungen mit je zwei oder drei Zimmern und einer Fläche von etwa 50 bis 60 Quadratmetern. Teils bieten die Wohnungen (es sind Balkone projektiert) den Blick auf das Leueplätzli. Hier, wo früher das Gartenrestaurant «Montmartre» war, ist ein zum Haus gehöriger Hofgarten geplant. Die Wohnungen sollen preislich im mittleren Segment liegen, wie die Bauherren erklärten.

Marktgasse 17
Die ältesten Teile der Liegenschaft stammen aus dem Jahre 1423. Entsprechend behutsam wird hier umgebaut, unter Einhaltung denkmalpflegerischer Auflagen. So werden Fenster mit Sprossen eingebaut und im Eckhaus, früher Marktgasse 15, wieder Fensterläden angebracht. Im Eckhaus, das im Inneren mit dem «Rothus» verbunden ist, seit bei einem früheren Umbau die Brandmauer durchgebrochen worden war, sind Ladenflächen auf drei Geschossen geplant, zusammen ca. 200 Quadratmeter. Darüber gibt es Hotelzimmer, wie auch im anderen Teil der Marktgasse 17, dem «Rothus», das natürlich die rote Fassade behalten soll. Übrigens konnte man das Wirtshausschild aus dem 19. Jahrhundert ausfindig machen; es soll wieder angebracht werden. Hans Jecklin und Beat Curti erklärten an diesem Beispiel, wie sorgfältig und mit wie viel Liebe zur Altstadt sie das ganze Projekt während vier Jahren entwickelt hätten.
Im Haus soll ein Drei-Stern-Hotel mit 41 Zimmern (heute 50 Zimmer) entstehen sowie auf der Fläche des heutigen Restaurants «Zic Zac» eine Bar und ein Restaurant, das ein junges Publikum ansprechen soll.

2014 bezugsbereit
Die Bauherrschaft investiert nach ihrer Schätzung 25 Millionen Franken in den Umbau der Liegenschaften mit einer Nettogeschossfläche von zusammen 5500 Quadratmetern und weitere fünf Millionen in die Inneneinrichtung. Curti und Jecklin möchten mit dem Umbau und dem neuen Nutzungskonzept einen «massgeblichen Beitrag an die Weiterentwicklung und an die Beruhigung des Quartiers leisten». Auffallend ist denn auch, dass mehrere Gastrobetriebe verschwinden. Auch solche, die das Quartier nicht wesentlich «beunruhigt» haben.
Auf anfangs 2013 ist der Beginn der Bauarbeiten vorgesehen. Die beiden Liegenschaften sollen gleichzeitig umgebaut werden, während etwa einem Jahr, sodann erfolgt der Innenausbau und ungefähr im Spätfrühling 2014 sollen die Häuser bezugsbereit sein.
Somit können die heutigen Nutzungen noch ein Jahr lang weiterlaufen, bis die Baumaschinen auffahren. Welche der eingangs erwähnten Betriebe allenfalls wieder einen Mietvertrag erhalten werden, ist noch nicht bestimmt, wie die Bauherren sagten.

Elmar Melliger

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