Weltblatt für den
Kreis 1


Das Hotel Marktgasse wenige Monate vor der Eröffnung
Alles neu im alten Haus



Die lange Bauzeit an der Marktgasse neigt sich dem Ende zu. Nachdem von der gleichen Bauherrschaft das gegenüberliegende Hotel Goldenes Schwert zu einem Geschäfts- und Wohnhaus umgebaut wurde, geht es nun auch an der Marktgasse 17 in die Schlussphase: Im Herbst wird hier das Hotel Marktgasse eröffnet mit Gastronomie im Erdgeschoss. Der Altstadt Kurier hat sich umgesehen.

«Das Haus wurde im Jahr 1291 erstmals schriftlich erwähnt», erklärte Barbara Franzen bei einer Besichtigung des Hauses Ende April. Die His­torikerin wurde vom Hauseigentümer Beat Curti mit dem Verfassen eines Buches beauftragt, das sich der Geschichte der Häuser «Goldenes Schwert» und «Rothus» sowie der Marktgasse widmet und auf die Hoteleröffnung hin erscheint. – Im alten Zürich, vor dem Bau des Limmatquais im 19. Jahrhundert, war der Weg über Gemüsebrücke und Marktgasse die wichtigste Verkehrsverbindung. Die Marktgasse wurde wegen der engen Verhältnisse und der daraus entstehenden Konflikte auch «Fluchgasse» genannt.
Das markante Eckhaus, das vor Jahrzehnten aus den Häusern «Steinkeller» und «Rothus» zu einem Ganzen zusammengefasst wurde, blickt auf eine illustre Vergangenheit zurück mit kulinarischen und kulturellen Angeboten. Als Gasthaus wurde es bereits 1490 erwähnt. Ab 1939 wirtete hier Emil Bäggli, der unter anderem im «Steinkeller» das «Stägefässli» betrieb (später «Tiefer Keller»). Im «Rothus» war Variété und Cabaret angesagt, bis mit dem «Red House» ein Striptease-Lokal einzog. Später richtete Hans ­Rudolf Jecklin das Cabaret «Polygon» ein, in den letzten Jahren war hier das «Zic Zac» mit «Rock Hotel».

Gang durchs künftige Hotel
Derzeit wird das denkmalgeschützte Haus umgebaut zu einem modernen Hotel. Dieses Boutique-Hotel ist angesiedelt im Drei- bis Viersternebereich und bietet 39 individuell eingerichtete Zimmer und Suiten, wie der Hotel­direktor Olivier Gerber erklärte. Die Idee ist die eines Privathauses, in dem sich der Gast wie zu Hause fühlt. Deshalb gibt es keine Mini-Bars in den Zimmern, dagegen hat es auf jedem Stockwerk einen Trinkbrunnen, wo man seine Wasserflasche füllen kann. Der Rundgang führte uns von oben nach unten. Im vierten Stock liegt eine Junior Suite, von der eine Wendeltreppe aufs Dach führt, mit tollem Ausblick über die Altstadt. Im dritten Stock waren Ende April bereits zwei Musterzimmer eingerichtet. Speziell ist etwa, dass die meisten der Bäder Tageslicht erhalten durch ein Fenster. Vorbei an arbeitenden Handwerkern ging es zum zweiten Stock, in ein Zimmer mit imposantem Kachelofen und einer aus dem Jahr 1573 stammenden Fenstersäule.
Im ersten Stock – im ehemaligen Res­taurant «Khan’s» – sind Wandmalereien zum Vorschein gekommen. Hier wird die Reception mit Aufenthaltsraum eingerichtet.
Im Zwischengeschoss, wir befanden uns im eine halbe Etage tiefer liegenden Eckhaus «Steinkeller», entsteht ein Sitzungszimmer mit Bibliothek.

Gastronomie
Das Erdgeschoss gehört der Restauration. Im früheren Cabaret und Variété «Polygon», zuletzt «Zic Zac», wird gleichzeitig mit dem Hotel das Restaurant «Baltho» (in Anlehnung an den Heiligen Balthasar, Schutzpatron der Reisenden und des Gastgewerbes) den Betrieb aufnehmen. Dieses öffnet mittags und abends und wird mit einer bewusst klein gehaltenen Speisekarte kosmopolitische Küche anbieten (ca. 75 Sitzplätze). Dazu gehört auch die «Baltho Bar» mit ca. 45 Plätzen. Darüber hinaus entsteht auf der Gasse ein Aussenbereich mit 35 Plätzen.
Im Eckhaus, zuvor Weinstube «Bar­rique», entsteht das «Delish» (von englisch «delicious») mit 60 Plätzen, das vielleicht vergleichbar sein wird mit dem Restaurant im Globus am Bellevue. Dieses ist von 6 Uhr früh (sonntags ab 7 Uhr) bis abends spät geöffnet und lässt die Wahl zwischen Geniessen vor Ort und Mitnehmen. Eine halbe Etage höher ist das Café.
Nach und nach nimmt alles Gestalt an. Nun dauert es nur noch wenige ­Monate bis zur Eröffnung des neuen Hotels und der Restaurants. Die Nachbarschaft wird über das Ende der Bauarbeiten nicht unglücklich sein.

Elmar Melliger

Marktgasse Hotel
Das neue Hotel an der Marktgasse verfügt über 39 Zimmer und zwei ­Restaurants mit Bar. Es beschäftigt 50 Mitarbeitende. Geführt wird es durch den Direktor Olivier Gerber. In der Küche zeichnet Bruno Hurter verantwortlich, für die Restaurants Philipp Radakovits. Judith Bommer ist Leiterin Room Divisions.
Das Hotel gehört zur Ospena Group AG, die 1988 unter der Firma Molino AG in Zürich gegründet wurde und seit 2014 zur Genossenschaft Migros Zürich gehört.
Single Zimmer können ab Fr. 250.–, Doppelzimmer ab Fr. 350.– gebucht werden. – Weitere Informationen ­unter www.marktgassehotel.ch.


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