Weltblatt für den
Kreis 1


An der Winkelwiese 10 geht es einen Schritt weiter
Eine stattliche Villa geplant



An der Winkelwiese 10 soll die Villa Landolt einem stattlichen Neubau weichen. Das Vorprojekt ist erstellt, vermutlich vor den Sommerferien wird der Gemeinderat über den Baurechtsvertrag entscheiden.

Vor einem guten Jahr, der Altstadt Kurier berichtete in der Märzausgabe 2006, waren die Würfel gefallen. Der Baurechtsvertrag über die Dauer von 62 Jahren für das 2800 Quadratmeter grosse, der Stadt gehörende Grundstück auf der Hügelkuppe an der Winkelwiese im Oberdorf soll mit Frank Binder (1959), Unternehmer und ein Erbe des Pharma-Unternehmens Merck, abgeschlossen werden. «Dieser», so Arno Roggo, Direktor der städtischen Liegenschaftenverwaltung, «hatte das beste Angebot gemacht.» Auf die bisweilen gehörte Frage, ob denn Geld das einzige Kriterium war, antwortet Roggo: «Für dieses höchst attraktiv gelegene Grundstück wollte die Stadt auch einen attraktiven Preis lösen.» Umgekehrt fördere die Stadt anderswo den gemeinnützigen und den Familienwohnungsbau.

Grosse Investitionen
Wie man sich erinnern mag, hat sich der seit 1981 in Zürich lebende Frank Binder für einen Neubau auf dem Grundstück entschieden. «Denn», so sagte er dem Altstadt Kurier, «wenn man so viel investiert, möchte man ein Haus nach den eigenen Wünschen haben.» Tatsächlich ist das nach dem langjährigen Bewohner, dem damaligen Stadtpräsidenten Emil Landolt «Villa Landolt» genannte Haus aus dem Jahr 1932 von der Denkmalpflege als nicht schutzwürdig befunden worden und es ist auch nicht im besten Zustand, weshalb es die Stadt den Bewerbern freistellte, das Haus zu renovieren oder zu ersetzen. Die Investition gemäss vorliegendem Baurechtsvertrag: 4 500 000 Franken als Entschädigung für das bestehende Haus, sodann ein jährlicher Baurechtszins von 210 000 Franken an die Stadt – plus natürlich die erkleckliche Summe, die der Neubau kosten wird.
Nun gab es die Auflage zu erfüllen, mehrere Architekten zu einem Wettbewerb einzuladen, um an dieser prominenten Lage einen qualitativ hochstehenden und überzeugenden Neubau zu erhalten. Inzwischen haben vier Architekturbüros ein Vorprojekt erarbeitet, und eine Jury hat das Siegerprojekt einstimmig erkoren: das von Miller & Maranta, Basel. (Die siebenköpfige Jury bestand aus dem Direktor des Amtes für Hochbauten, der Vizedirektorin des Amtes für Städtebau, zwei Architekten, dem Direktor der Liegenschaftenverwaltung sowie dem Bauherrn und seinem Berater.) Auf eine ursprünglich geplante öffentliche Ausstellung der Projekte hat man indessen verzichtet, unter Rücksichtnahme auf den Umstand, dass das Wohnen eine doch private Angelegenheit ist.

Mondäner Bau, traumhafte Lage
Immerhin ist einiges bekannt. Die moderne Villa mit einer Wohnfläche von 760 Quadratmetern (heute 460) plus einer Einbauwohnung (für ein Haushälterehepaar, 80 Quadratmeter) soll vier Etagen haben plus anstelle des heutigen Giebeldaches ein Attikageschoss mit Aussen-Swimmingpool. Im Untergeschoss soll ein 400 Quadratmeter grosser Wellnessbereich entstehen, mit Schwimmbad; im zweiten Untergeschoss eine grosse Autogarage und Nebenräume. Das eingeschossige Gartenhaus mit zwei Zimmern (Rest eines Rebhauses aus dem Jahr 1750) soll um einen Stock erhöht werden, womit ein Vierzimmerhaus mit einer Fläche von 100 Quadratmetern entsteht. Die unter Denkmalschutz stehende Gartenanlage wird von den Landschaftsarchitekten Rotzler Krebs Partner, Winterthur, gestaltet, wobei der heutige Baumbestand weitgehend zu erhalten ist. – Gibt es jemanden, der daran zweifelt, dass hier bald beneidenswert attraktiv gewohnt wird? Dann noch dies: Das ganze Grundstück ist durch einen alten Baumbestand abgeschirmt, und von den oberen Geschossen eröffnet sich ein atemberaubender Blick über die Altstadt zum See und in Richtung Alpen, respektive zum Zürichberg hin. Wer möchte da nicht gern mal zum Tee eingeladen werden? Noch ist es allerdings nicht so weit. Denn anfangs April hat der Stadtrat das Geschäft an den Gemeinderat überwiesen, der den Baurechtsvertrag mit dem entsprechenden Vorprojekt genehmigen muss. Zurzeit wird in der Kommission beraten, sodass das Geschäft voraussichtlich vor den Sommerferien in den Gemeinderat kommt. Segnet er den Baurechtsvertrag ab, wird das Projekt ausgearbeitet und zur Baubewilligung ausgeschrieben. Es hat sich also bereits eine Verzögerung gegenüber dem ursprünglichen Fahrplan mit erhofftem Baubeginn anfangs 2007 ergeben. Gut Ding will halt einfach Weile haben.

Elmar Melliger

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