Weltblatt für den
Kreis 1


Veranstaltung «Schall und Rauch» zum Thema Lärm und andere Immissionen
Nächtliche Fusspatrouillen gefordert



Die Arbeitsgruppe Lärm des Quartiervereins Zürich 1 rechts der Limmat lud auch dieses Jahr zu einem Informations- und Diskussionsabend. Diesmal galt ein Schwerpunkt den Auswirkungen des Rauchverbots in Gaststätten. Es ­ergab sich eine sehr lebhafte ­Diskussion, die in die Forderung nach nächtlichen Polizeipatrouillen mündete.

Gut dreissig Personen konnte Charles Weibel, der Leiter der Arbeitsgruppe Lärm des Quartiervereins, am 20. September im GZ Altstadthaus als Publikum begrüssen. Neben ihm sassen Fachleute der Stadtpolizei, Bruno ­Gentilesca von der Abteilung Bewilligungen / Gewerbedelikte, Emil Rosenkranz von der Fachgruppe Lärm­bekämpfung und Hans Kuriger, Kreis­chef 1, sowie René Zimmermann als Wirt («Neumarkt») und Bewohner. Folgende Fragen stellte Charles Weibel in den Raum: Gibt es noch mehr Lärm infolge des Rauchverbots und als Folge dessen Jubel und Trubel in den letzten Nischen? Hat die Polizei noch die geeigneten Mittel, um die gesetzlich geschützte Nachtruhe durchzusetzen oder ist die Politik gefragt? Was können oder müssen Wirte vorkehren und was können betroffene Bewohnerinnen und Bewohner tun?

Mehr Lärmimmissionen
Bruno Gentilesca stellte fest, dass sich mehr Leute im Freien aufhalten und es demzufolge mehr Lärm gibt, es aber im Einzelnen nicht einfach sei, dagegen vorzugehen. Das konnte Emil Rosenkranz bestätigen und er fügte bei, dass man es aus Sicht der Lärmbekämpfung gar nicht gern gesehen hätte, dass das Rauchverbot kam. Klar sei, dass vor dem Lokal der Wirt verantwortlich ist für die Gäste. Dass es aber schon schwieriger werde, wenn sich die Leute etwas entfernt vom Lokal aufhalten. Dann könne das nicht mehr dem betreffenden Lokal zugeordnet werden. Da meldete sich jemand aus dem Publikum und ortete das Problem bei den Clubs, die die ganze Nacht offen haben und forderte analog zum Strichplan ­einen Clubzonenplan: Clubs nur in un­bewohnten Gebieten. Nach Rosenkranz herrscht seit dem Inkrafttreten der neuen Gastwirtschaftsverordnung 1996, seit der Liberalisierung, ein Lärmchaos. Martin Brogli, QV-Präsident, bemerkte, es gebe eine grosse Lobby der Liberalisierer im ganzen Kanton, die sich gegen den «Zwing­ligeist» in der Stadt erfolgreich durchgesetzt haben.

Nachts rechtsfreier Raum?
René Zimmermann forderte als Bewohner ein Recht auf Nachtruhe ab Mitternacht und berichtete von bis zu fünfzig Personen, die sich teils bis frühmorgens auf der Stüssihofstatt und auf dem Rosenhof aufhielten, zum Teil Minderjährige: «Das Niederdorf wird von Betrunkenen aufs Brutalste missbraucht, es besteht ein rechtsfreier Raum!» Jemand hakte ein und erklärte, dass die Jugendlichen eben wüssten, dass hier keine Polizei sei, ausser man rufe sie herbei. Es bräuchte eine regelmässige nächtliche polizeiliche Präsenz und nicht nur tagsüber.
Hans Kuriger erklärte, dass man das Mögliche mache. Dass die Polizeipräsenz am Tag höher sei, hänge mit den Diensten zusammen und damit, dass sich am Seilergraben die Ausbildungswache befinde, wo alle angehenden ­Polizisten und Polizistinnen ein halbes Jahr im Praktikum seien. Und: «Ich ­gebe zu, mehr Patrouillen wären ­wünschenswert.»

«Dörflipatrouille» gefordert
Charles Weibel sagte, die Forderung nach einer «Dörflipatrouille» gebe es seitens des Quartiervereins seit vielen Jahren: «Das hätte eine präventive ­Wirkung!» Und die müssten eben in der Nacht unterwegs sein und das Quartier und die Situation kennen. Gemäss Kuriger reichten heute Zweierpatrouillen nachts nicht mehr aus, bei dem Gewaltpotenzial im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum müssten es schon ­Viererpatrouillen sein: ein Ressourcenproblem.
Bei einer spontanen Konsultativabstimmung zeigte sich das Publikum fast einstimmig dafür, solche Patrouillen einzuführen. Der QV-Präsident Martin Brogli erklärte, man werde das Thema im QV wiederum aufnehmen.
Nach einer Pause war die Gelegenheit, eigene Anliegen anzusprechen. Sie betrafen beispielsweise die Zeit, wann Boulevardcafés zu schliessen haben (spätestens 24 Uhr), ob es gestattet sei, dass eine Musikband im Rosenhof regelmässig spiele, fast allabendlich, seit etwa acht Jahren (ist es nicht, nur an der Seepromenade), ob Schallschutzschleusen obligatorisch seien (werden nur in gewissen Fällen empfohlen), ob spätabends durch offene Fenster Musik aus Lokalen dringen dürfe (darf es nicht) und anderes mehr.
Zum Schluss wurde nochmals verschiedentlich mit Nachdruck die Einführung von nächtlichen Patrouillen zu Fuss gefordert, möglichst Donnerstag, Freitag und Samstag zwischen 23 und 3 Uhr, als geeignetes Mittel gegen Auswüchse und zur Prävention.

Elmar Melliger


Verschiedene Dienste
Verschiedene Dienste verrichten polizeiliche Aufgaben und sind im Alltag sichtbar:

Der Verkehrskontrolldienst, ohne Uniform, für Kontrollen des ruhenden Verkehrs.

Der polizeiliche Assistenzdienst, in Uniform, ohne Waffe, besorgt Kontrollen des ruhenden und des fahrenden Verkehrs, aber auch Personenkontrollen, auch am Abend im Einsatz.

Angehende Polizistinnen und Polizisten absolvieren auf der Ausbildungswache am Seilergraben ein sechsmonatiges Praktikum im Rahmen der zweijährigen Ausbildung. Sie sind uniformiert und bewaffnet.

Sicherheitspolizei, uniformiert, bewaffnet. Leistet rund um die Uhr Dienst, in der Nacht reduziert.


Wichtige Nummern
Bei Fragen und Problemen, die nicht so eilen: Kreischef 1, Telefon 044 411 80 10 oder 044 411 80 14, zu Bürozeiten. Die Kreischefs können oft weiterhelfen, sie sind mit dem Quartier vertraut und können allenfalls die nötigen Kontakte herstellen.
Bei Notfällen und nachts rufe man die Nummer 117 an. Man gelangt zu einer Koordinationsstelle, nicht mehr nur für absolute Notfälle gedacht, die Anrufe werden zur ­Auswertung aufgezeichnet.
Gleichzeitig schriftlich eingereichte Lärmklagen vergrössern in hart­näckigen Fällen die Chancen auf Erfolg. Die Merkblätter sind im Internet zu finden: www.zuerich1.ch, unter Quartier­gemeinschaft.

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