Weltblatt für den
Kreis 1


Wohnungen statt Büros

Dafür hat das Quartier mit langem Atem gekämpft: Die Lindenhofstrasse 13 wieder bewohnt!

Hell ist es im Haus an diesem düsteren Tag, an dem Heinz Rohner von der städtischen Liegenschaftenverwaltung durch das frisch umgebaute Haus Lindenhofstrasse 13 führt. Die Architekten Michael Meier und Marius Hug führen das Licht auch vom Treppenhaus in die Wohnungen – dank gläsernen Wohnungstüren. Wie lange die neuen MieterInnen dieses Zur-Schau-Stellen tolerieren werden, ist allerdings fraglich. Hell sind aber auch die Wohnungen selbst. Weisse Wände, hellgraue Türen und Fensterrahmen und auch der Giessbelag der Böden, der sich ohne Leiste durch die ganze Wohnung zieht, ist hellgrau. Neu, ungewohnt, etwas geschmäcklerisch.
Die 75 Quadratmeter der 2 1/2-Zimmer-Wohnungen im ersten und zweiten Stock teilen sich auf in ein geräumiges Entrée, ein Bad, zwei Zimmer zur Lindenhofstrasse und eine richtig grosse Wohnküche mit Ausblick Richtung Rennweg auf Hinterhöfe und Zinnen. Die Küche ist streng und kalt, das gefällt mir besonders gut. Keine Griffe an den Kästen – nur das Kochfeld, der Backofen und die Spühle sind Zeugen, dass hier in Zukunft Gourmet-Köstlichkeiten zubereitet werden oder das Fastfood-Menü zu sich genommen wird.
Die Maisonettewohnung mit integrierter privater Zinne ist sehr grosszügig. Der dritte Stock hat einen riesigen Wohnraum zur Lindenhofstrasse hin, das Entrée und das Bad ist wie unten und die ebenso grosse Wohnküche ist auch auf den Uetliberg ausgerichtet. Im oberen Stock sind es dann nochmals drei Zimmer und ein weiteres Bad und dann führt die Treppe in den Himmel, durch eine Glasschiebetüre auf die grosse Zinne – auch das gibt dem oberen Stock viel Licht.
Versteckte Wandschränke in der Diele werden bald das Verstauen der Kinderkleider erleichtern. «Eine Familie mit vier Kindern. – Das wolltet ihr doch!», sagt stolz Heinz Rohner von der städtischen Liegenschaftenverwaltung, der das Umbauprojekt geleitet hat. – Ja, danke, wir haben uns auch lange genug dafür eingesetzt, denkt sich die Vertreterin des Einwohnervereins Altstadt links der Limmat. Wir freuen uns auch auf die neuen NachbarInnen!
Das ca. 130 Jahre alte Haus wurde in den Sechzigerjahren zu Büros umgebaut und zuletzt vom Amt für technische Bauten genutzt. Gemäss Heinz Rohner konnte von der vorhandenen Bausubstanz ausser dem Treppengeländer kaum etwas genutzt werden. Das schlägt sich in den stolzen Nettomietpreisen von Fr. 1910.– und Fr. 1960.– für die 2 1/2-Zimmer-Wohnungen und Fr. 3980.– für die 154 Quadratmeter grosse Maisonettewohnung nieder. Im Parterre ist das Büro des Ergänzenden Arbeitsmarktes respektive des Restaurants «Schipfe 16» wieder eingezogen.

Christine Schmuki


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