Weltblatt für den
Kreis 1


Der neue St.-Peter-Pfarrer ist im Amt

Wahrscheinlich bestand schon ein Unterschied zwischen der Abschiedsfeier in der Kirche zu Henggart und der Einsetzung im St. Peter in Zürich.

Ich kann mir vorstellen, dass für unseren neuen Pfarrer Ueli Greminger, der zweiundzwanzig Jahre den Pfarrdienst in Henggart versah, der Gottesdienst im St. Peter am 1. Juli ein ganz besonderer Anlass war.
In der wohlgefüllten Kirche weckte ein erfrischendes Orgelspiel die Besucher aus der erwartungsvollen Stille. Nach dem Eingangsgebet von Dekan Pfarrer Theo Haupt (zuständig für die reformierte Stadt links der Limmat), trat die Kantorei St. Peter chorgewaltig in Erscheinung. Weiter führte der Dekan aus, dass das Wort das Wichtigste sei, die Verkündigung, inbegriffen Stärke, Hoffnung, Vertrauen. Wichtig sei es gewesen in Henggart, wichtig sei es aber auch an der St.-Peter-Hofstatt. Freude soll über den neuen Pfarrer aufkommen in der Gemeinde, aber auch beim Pfarrer über die Gemeinde. Bei der Einsetzung ins neue Pfarramt erinnerte der Dekan den Pfarrer an sein Gelübde, das er einst abgelegt hat. Es ist so aktuell wie damals. Auf die Frage, ob er weiterhin dazu stehe, antwortete er: Ja, so wahr Gott mir helfe. Diesen Teil bereicherte die Kantorei mit einem Lied, Text zuerst tschechisch als Honneur an die Gattin des Pfarrers, Alena Greminger, dann deutsch, damit wir es auch fast verstanden. Thomas Bär als Kirchenpflegepräsident trat nun mit dem Willkommensgruss an Pfarrer Greminger an die kleine Kanzel. Kurz schilderte er die Arbeit der Wahlkommission und den ersten Besuch in Henggart, der beidseitig humorvoll vonstatten ging. Ueli Greminger, in Uitikon-Waldegg geboren, wurde im Grossmünster getauft, ging in die Sonntagsschule, besuchte die Kantonsschule Freudenberg und studierte Theologie an der Universität Zürich.
Pfarrer Gremingers Predigt fusste auf der Erkenntnis «Ohne Du kein ich», oder «Ohne Du wird kein ich sein». Jedoch die Freiheit des Einzelnen zu wahren, sich nicht in die Knechtschaft einspannen zu lassen. Ein wahres Wort, das man heute nicht genug betonen kann, denn die Knechtschaft hat viele Gesichter.
Beim folgenden Apéro auf der St.-Peter-Hofstatt erschallte plötzlich das Lied «Froh zu sein bedarf es wenig, doch wer froh ist, ist ein König», das Ueli Greminger schon in seiner Kindheit begleitete. Das schöne Wetter rundete den feierlichen und trotzdem lebendigen Anlass wohltuend ab.
Die Henggartner liessen ihren Pfarrer ungern ziehen. Sie beschenkten ihn reich zum Abschied. Ein Fotoalbum, ein Gitarrenständer und tatsächlich, ein Hühnerhaus, denn er hielt in Henggart Hühner. Nun braucht das kleine Häuschen jedoch in Zürich eine Baubewilligung. Diese ist beantragt, aber schon hat sich auch die Denkmalpflege eingeschaltet. So ist es noch nicht ganz sicher, ob zu dem Geschnatter der Touristen auf der St.-Peter-Hofstatt einst noch Hühnergegacker kommt. Hoffen wir es, es wäre wohltuend. Und erinnern wir uns: Moik Schiele hielt Hühner auf ihrem Balkon am Rennweg.

Peter Keck


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