Weltblatt für den
Kreis 1


Projekt Winkelwiese 10: Demnächst wird entschieden

Voraussichtlich am 7. November wird der Gemeinderat über den Baurechtsvertrag und damitr über Sein oder Nichtsein des Projekts entscheiden.

Am 18. September gelangte der Baurechtsnehmer Frank Binder an die Medien. Das Projekt für die Winkelwiese 10 sei nun in einem gereiften Stadium angelangt, womit der Zeitpunkt zur Information gekommen sei. In den letzten Monaten war man bei der Einschätzung des Bauvorhabens auf Informationen angewiesen, die auf früheren Planungsstufen basierten.
Entstehen soll – so das noch zu bewilligende Projekt – eine herrschaftliche, moderne Villa. Diese übernimmt die Dachhöhen der beiden benachbarten Häuser an der Winkelwiese, trägt allerdings ein Flachdach. Das fünfte Stockwerk ist ein Attikageschoss, welches sich farblich an die Giebeldächer besagter Liegenschaften anlehnt. Das Gebäude kommt (resp. käme) an die Stelle der heutigen «Villa Landolt» zu stehen, wobei es im Grundriss und in der Höhe minim kleiner ist als diese, durch die andere Dachform (Flach- statt Giebeldach) ein etwas grösseres Volumen aufweist. Das Haus wird mittels Erdsonden und Sonnenkollektoren beheizt und kommt ohne fossile Brennstoffe aus. Um den Bedürfnissen künftiger Generationen Rechnung zu tragen, ist das Haus unterteilbar in vier Wohneinheiten. Vorerst wird eine Wohnung für ein Haushälterpaar eingeplant. Das Gebäude übernimmt in seiner terrassierten Abstufung in Richtung See den abfallenden Verlauf des Terrains. Das denkmalgeschützte Gartengebäude soll um eine Etage aufgestockt werden und an ein Rebhaus erinnern; an dieser Stelle stand einmal ein Rebtürmchen. Die geschützten Bäume und das Eibenwäldchen müssen stehen bleiben. Eine Mauer – es war oft von einer abweisend wirkenden hohen Grundstückmauer die Rede – wird es nicht geben, vielmehr werden Büsche und Sträucher (und ein Maschendrahtzaun) als Grundstücksbegrenzung gewählt, um den Grüngürtel zu erhalten.
Um keine Autos um das Haus stehen zu haben, wird eine unterirdische Garage geplant, die über einen Lift zu erreichen ist: Das Auto wird auf eine Plattform parkiert und verschwindet dann im Boden.

Realisierung ungewiss
So weit die Pläne, wie sie von Frank Binder, vom Architekten Quintus Miller (Miller & Maranta, Basel) und von Peter Ess, Direktor des Amts für Hochbauten, vorgestellt wurden. Der seit sechsundzwanzig Jahren in Zürich lebende Frank Binder sagte, er sei sich des Privilegs bewusst, an dieser einmaligen Lage bauen zu dürfen, weshalb er ein architektonisch hoch stehendes Projekt realisieren wolle, von dem er hoffe, dass es als Zeuge des 21. Jahrhunderts überdauern werde. – Unabhängig vom vorliegenden Bauvorhaben steht die Frage, ob die Stadt nicht ein falsches Signal sendet, ein Grundstück an dieser Lage an eine Privatperson abzugeben. Ob nicht vielmehr die Stadt selber bauen und die Grünfläche der Bevölkerung zur Verfügung stellen sollte. Über diese Frage ist in der Altstadt in den letzten Monaten eine heftige Kontroverse entbrannt, und die Wogen der Emotionen sind hoch gegangen. Ausdruck davon ist eine Petition mit über achthundert Unterschriften, die anfangs Juli eingereicht wurde.

Gemeinderat entscheidet
Ob es zur Realisierung des Bauvorhabens kommen wird, entscheidet sich demnächst. Denn über den Baurechtsvertrag über sechzig Jahre hat der Gemeinderat zu befinden. Die Behandlung dieses Geschäfts ist auf die Ratssitzung vom 7. November traktandiert.

Elmar Melliger


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