Weltblatt für den
Kreis 1


Das überarbeitete Projekt Obergericht

Am 24. April wurde das überarbeitete Projekt zum Um- und Erweiterungsbau des Obergerichts einer Delegation des Quartiervereins Zürich 1 rechts der Limmat vorgestellt.

Der Kantonsbaumeister Stefan Bitterli erklärte den Anwesenden, dass in Zusammenarbeit mit der Stadt insbesondere die Fassade überarbeitet worden sei: «Das Neue soll zweite Geige spielen und nicht als bunter Vogel daherkommen, sondern sich an das Bestehende anfügen.» Man sei auch selbst nicht zufrieden gewesen mit dem damaligen vorläufigen Ergebnis, führte der Architekt Armin Felber (von felber widmer kim architekten) weiter aus. Das heutige Resultat wirkt tatsächlich weniger wie das Gefängnis «Pöschwies» – so eine an der Infoveranstaltung vom 28. Januar (Februarausgabe Altstadt Kurier) laut gewordene Kritik an der damals vorgestellten Version. Insbesondere die Verdoppelung der Anzahl Fenster lässt die Fassade weniger massiv und abweisend erscheinen. Der untere Teil soll zur besseren Gliederung einen Sockel erhalten, die übrige Fassade einen Verputz, ein Kratzputz analog dem Altbau, die Fensterrahmen sollen in Baubronze gefertigt werden: Insgesamt soll etwas Elegantes, Edles entstehen. Mit vorgehängten Fenstern mit Sicherheitsglas wird dennoch die erforderliche Ein- und Ausbruchsicherheit gewährleistet.
Die vier Bäume an der Unteren Zäune sollen nochmals untersucht und bei gutem Zustand am Leben gelassen werden, so Architekt Armin Felber. Vom Bauen her sei das technisch möglich, die Baugrube würde dann hinter den Bäumen senkrecht hinunter getrieben.
Die Sicht auf den Kreuzgang wird wie heute von der Obmannamtsgasse her gewährt, Führungen werden in diesem geschlossenen Bereich auf Anmeldung etwa im heutigen Rahmen möglich sein, erläuterte der Obergerichtspräsident Rainer Klopfer. Der gegenwärtig durch Büros verbaute Kreuzgang wird wieder durchgängig begehbar sein.
Der wunderschöne Garten an der Obmannamtsgasse wird abgetragen, weil hier die Einfahrt zu liegen kommt, der Brunnen wie von Anfang an geplant einige Meter in Richtung Untere Zäune verschoben, auf ein bekiestes Plätzlein mit Sitzbänken. Ursprünglich hätte man gar den hier durch fliessenden Wolfbach ans Tageslicht holen wollen, davon dann aber abgesehen. Der Garten beim Haus Lindenegg eingangs Untere Zäune soll aufgewertet werden. Durch den Abbruch der Bibliothek wird ein Teil des kleinen Gartens öffentlich zugänglich.

Parkplätze verschoben
Ein Anliegen aus dem Quartier war die Nutzung der frei werdenden Parkplätze während der Bauzeit. Vorgesehen ist nun, die sieben vermieteten Plätze an der Unteren Zäune auf die andere Seite des Altbaus, am Hirschengraben 15 neben der Obmannamtsgasse, zu verlegen – wo neu elf Besucherparkplätze für das Gericht geplant sind anstelle der zahlreichen Angestelltenplätze – und nach Bauende wieder am alten Ort einzurichten. Die übrigen Parkplätze des Obergerichts an der Unteren Zäune, innerhalb der durch eine Kette abgesperrten Fläche mit Doppelparkierung, sind Angestelltenplätze, die in das neue unterirdische Parkhaus verlegt werden. Der Parkplatz ausserhalb der Kette ist auf städtischem Grund und wird nicht tangiert. Also keine zusätzlichen Parkplätze während des Umbaus, aber immerhin Erhaltung des Status quo.

Kein Unterflurcontainer
Wie Stefan Bitterli sagte, ist der Kanton nicht bereit, Hand zu bieten für die Errichtung eines Unterflurcontainers auf kantonalem Boden. Das sei viel zu kompliziert, bedeute Grundbucheinträge und Zementierung der neuen Situation über Generationen. Vielmehr, so Bitterli, solle die Stadt einen solchen Unterflurcontainer auf eigenem Grund installieren. Dies war allerdings in dieser Gegend bereits geprüft und als nicht realisierbar taxiert worden. Das Anliegen, neben der Treppe an der Obmannamtsgasse einen solchen Unterflurcontainer platzieren zu können, trotz bereits früherer Absage durch den Kanton, ist aus dem Quartier gekommen.

Bauplan
Bereits im August zieht das Obergericht um ins Provisorium im Seefeld. Vorausgesetzt, dass keine Rekurse eingehen, sollte der Baubeginn anfangs 2009 stattfinden.
Archäologische Untersuchungen werden bereits diesen Sommer vorgenommen.
Im Februar wird mit dem Bau der Parkgarage begonnen, im Bereich Hirschengraben 15.
Im Bereich Untere Zäune und Obmannamtsgasse beginnen die Bauarbeiten später, etwa im Herbst 2009. Ende 2011 sollte alles fertig sein, und im Frühling 2012 ist der Einzug geplant.

Elmar Melliger


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