Weltblatt für den
Kreis 1


Zum Tod von Robert Holzach

Zürich verdankt Robert Holzach (28.9.1922 – 24.3.2009) die Sanierung der mittleren Augustinergasse und die Errichtung des Widder Hotels.

Gemeinsam mit dem Fünfsternhotel sind das Rennweg- und das Augustinerquartier ins weltweite Rampenlicht gerückt. Wer hätte wohl den Mut und den langen Atem gehabt und das Geld aufgebracht, um den bis zu 700 Jahre alten, sanierungsbedürftigen Liegenschaften neues Leben einzuhauchen?
Robert Holzach (28.9.1922 – 24.3.2009), Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Bankgesellschaft von 1980 bis 1988, danach Ehrenpräsident bis 1998, hat sich persönlich und mit viel Engagement für die Vollendung der Bauten eingesetzt. Er hat sich sorgfältig im Quartier umgehört, mit den Anrainern den Dialog geführt, geduldig mit den Behörden verhandelt und alle Denkmalpfleger und Archäologen befriedigt, um das Vorhaben zu seiner werterhaltenden und angesehenen Vollendung zu führen. Für die Projektführung hat er Konrad Hummler beauftragt.
An dieser Stelle darf daran erinnert werden, dass im Laufe der umfassenden Ausgrabungen neben den längst bekannten mittelalterlichen und römischen Zeitzeugen am Rennweg neu keltische Funde gemacht wurden. Damit ist bewiesen, dass Zürich schon von den Kelten besiedelt war.
Die angesehene Teppichweberin Moik Schiele hatte ihre Wohnung direkt über dem heutigen Haupteingang zum Widder Hotel. Im Hof, wo sich jetzt der Brunnen über die Granitwand ergiesst, gackerten Moiks Hühner. Natürlich war sie über den geplanten Umbau nicht erfreut und kündigte Widerstand an. Doch Robert Holzach hat es verstanden, sie zu einem friedlichen Umzug zu bewegen.
Robert Holzach setzte sich auch dafür ein, dass die im Quartier ansässigen Handwerker für die Vergabe der Arbeiten berücksichtigt wurden. Zu ihnen pflegte er ein freundschaftliches Verhältnis. Für Baufragen, die ihn persönlich interessierten, machte er ab und zu den Gang in die jeweilige Werkstätte. Ein besonderes Anliegen war ihm die Realisierung des Restaurants «Zur Schtund». Es sollte ein Ort werden, wo sich Handwerker und Leute aus dem Quartier treffen. Das ist im vortrefflich gelungen. Im Restaurant «Zur Schtund» trifft man sich zu allen Tageszeiten zum geselligen Beisammensein, im Sommer draussen und im Winter drinnen mit Blick auf die pittoreske Augustinergasse. – Und im Museum Strauhof hat Robert Holzach 1985 die James Joyce Stiftung ins Leben gerufen.

Hansbeat Bächler

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