Weltblatt für den
Kreis 1


Jean-Pierre Hoby geht in Pension

Der Direktor Kultur im Präsidialdepartement, Jean-Pierre Hoby, geht in Pension.

Sein Ruhestand wird ein Unruhestand werden, denn sein Wissen und Können wird weiterhin gefragt sein. Am 2. August ist Stabsübergabe, beziehungsweise «Direktionswechsel». Dann ist Jean-Pierre Hoby Kulturdirektor a.D. oder i.R.
1983, zu Beginn seiner Karriere im Präsidialamt, trug er den Titel Stabschef, später Zentralsekrektär, dann Departementssekretär und schlussendlich Direktor Kultur. Dahinter stand aber immer derselbe Mensch, dem die Kultur in der Stadt ein zentrales Anliegen war. In diesen langen Jahren haben auch die Quartiervereine und somit auch der Quartierverein Zürich 1 rechts der Limmat und der Rennweg-Quartier-Verein immer wieder von seinem Wirken profitiert. Waren anfänglich die Quartiervereine eher eine «Quantité négligeable» für den Stadtrat, hat sich das Bild auch dank ihm in den letzten Jahren positiv verändert. Lange Zeit waren die ab und zu etwas aufmüpfigen Vereine eher ein Ärgernis für die obersten Räte, bis sie merkten, dass man auch etwas von ihnen verlangen konnte, ja, dass Mithilfe gratis und franko angeboten wurde. Heute besteht ein gutes Einvernehmen, ein Miteinander hat die Skepsis, «was die schon wieder wollen», abgelöst. Jean-Pierre Hoby spricht in diesem Zusammenhang von einer gegenseitigen Professionalisierung.

Mit Fingerspitzengefühl
Seine Arbeit war nicht immer leicht. Kultur lebt ja grossteils von Künsten und dahinter stehen Künstlerinnen und Künstler. Dass alle nur die Besten sind und gefördert werden müssen, ist selbstverständlich. Sei es auf Bühnen, mit Ausstellungsräumen oder Konzertlokalen. Da brauchte es immer wieder Fingerspitzengefühl, um es allen recht zu machen. Jean-Pierre Hoby zeichnete eine hohe Dialogsbereitschaft aus. Das war in vielen Fällen, wo nicht immer Einigkeit herrschte, sehr hilfreich. Dazu ist aber auch zu sagen, dass im Vorzimmer immer Damen sassen, denen die Anliegen speziell der Quartiervereine am Herzen lagen und die mit viel Verständnis die Wünsche weiterleiteten, so während vieler Jahre Myrtha Zeltner und heute Manuela Leonhard.
Unterstützungen wurden erteilt einerseits nach Wichtigkeit der Projekte und andrerseits nach einem Schlüssel für bestehende Institutionen und sich wiederholende Anlässe. Dazu gehörte die Betreuung der grossen Institutionen wie zum Beispiel das Schauspielhaus und das Neumarkt Theater oder die Gessnerallee, dann folgten alle Kultursparten bis Rote Fabrik, wozu auch die Quartieranliegen gehörten und schlussendlich die «eigenen» Kulturstätten wie Helmhaus und Hechtplatztheater oder auch der Strauhof. Hier sorgte Nicolas Baerlocher jahrelang für volle Häuser, heute wirkt Roman Hess in diesem Kulturkreis.

Angenehme Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit mit Jean-Pierre Hoby war immer angenehm und auch der Humor kam nie zu kurz. So 1986 bei der Übergabe des Urbicus-Grabsteins (siehe Bild) an der Pfalzgasse mit römischen Bläsern und Trommlern anlässlich der 2000-Jahrfeier der Stadt Zürich, gestiftet vom Rennweg-Quartier-Verein oder bei den verschiedenen Jubiläen, 100 Jahre Rennweg-Quartier-Verein, 10 Jahre, 20 Jahre und 25 Jahre Altstadt Kurier, aber auch seine unzähligen Ansprachen anlässlich der Verleihung des «Goldenen Chrönlis» für kindergerechte Literatur und Lieder im Stadthaus. Dreiundzwanzig Jahre hat er die AutorInnen und SprecherInnen gelobt. Höhepunkt war einst im Mai eine Ansprache, in der er die Tigerpantöffeli in den Mittelpunkt stellte. Für sein langjähriges Mitwirken erhielt er 2008 einen Ehrenpokal, eine goldene Krone. Aber auch die Anlässe der Quartiervereine im Muraltengut lagen in seinem Aufgabenkreis und er erinnert sich mit Schrecken, aber heute auch mit Humor an einen Abend, an dem alle Präsidenten mit Gefolge da waren, aber kein einziger Stadtrat. Heute ist es manchmal umgekehrt.

Das Kulturleben mitgeprägt
Zurück zum Altstadt Kurier. Unsere Anliegen fanden immer offene Ohren, was uns insbesondere in weniger guten Zeit – auch die gab es – wieder Mut machte, weiterzufahren. Dass er als Altstadtbewohner die Zeitung las und auch lobte, ja mit Hochachtung von einer Qualitätszeitung sprach, war für uns ebenso wichtig wie die monetäre Unterstützung in den Anfangszeiten.
Lieber Jean-Pierre Hoby, im Namen von links und rechts und hauptsächlich von den Leuten vom Altstadt Kurier, den ehemaligen und den heutigen, danken wir dir ganz herzlich für deine Arbeit. Sie war nicht umsonst, du hast das Kulturleben dieser Stadt mitgeprägt und dass wir mit unserer Zeitung ein wenig zu diesem Kulturleben zählen, erfüllt uns mit Stolz. – Beste Wünsche für deine Zukunft begleiten dich. – Deinem Nachfolger Peter Haerle wünschen wir eine ebenso erfolgreiche Tätigkeit.

Peter Keck

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