Weltblatt für den
Kreis 1


Eidg. Boule und Pétanque

Auf dem Lindenhof massen sich am Bettag über hundertfünfzig Teilnehmende am angeblich schönsten Pétanque-Turnier E­ropas im friedlichen Wettstreit mit den stählernen Kugeln.

Um Kaiserwetter hätte sie gebeten, meinte verschmitzt die zierliche Barfrau auf dem Lindenhof, und ihr Wunsch fand sichtlich ein offenes Ohr bei den fürs Wetter Verantwortlichen. Wer immer die auch sein mögen, möglicherweise hatte da Etienne von Graffenried, der selige Ex-Präsident des jährlichen Turniers, seine umtriebige Hand im Spiel. Seine zumindest geistige Anwesenheit war deutlich spürbar, hatte doch die Spielleitung zuweilen mit etwelchen organisatorischen Fragen zu kämpfen. Dies tat dem ansonsten überaus gelungenen Anlass freilich keinen Abbruch, für ein Schmunzeln war bei einigen Insidern allerdings gesorgt.
Ob es sich tatsächlich um das schönste Pétanque-Turnier Europas handle, war indes umstritten. Ein etwas in die Jahre gekommener Haudegen und einstiger Sieger des Wettkampfes fand, dass dieser Titel einem Pétanque Tournament in Isle de la Sorgue in der Provence gehöre, was bei einzelnen MitstreiterInnen durchaus Zustimmung fand. Andere wiederum waren der Meinung, diese ­Diskussion führe zu nichts, am wich­tigsten sei ohnehin, dass genügend ­Pastis vorhanden sei. Die geneigte Leserschaft merkt hier natürlich unschwer, dass dem sportlichen Ernst nicht immer Genüge getan wurde. Dies mag auch eine weitere Episode veranschaulichen: Eine ebenfalls nicht mehr ganz blutjunge Teilnehmerin (ihres Zeichens auch vormalige Siegerin) gestand lachend, sie hätte sich soeben ein Fanny eingefangen. Da nun auch der erfahrens­te Sportreporter nicht in allen Sportarten dauernd à jour sein kann, wurde um Erläuterung gebeten. Nachforschungen haben nun ergeben, dass einst zwei etwas angeheiterte Pétanque-Spieler wetteten, wer den anderen mit 13:0 schlüge, hätte Fannys Hintern zu küssen. Bei Fanny handelte es sich offenbar um die etwas beleibte Wirtin der Stammbeiz der beiden… – Ach ja, auch wenn oben erwähnter Haudegen dachte, es spiele doch keine Rolle, wer gewänne, sei doch noch festgehalten, dass die Einheimischen einmal mehr den Kürzeren zogen. Als Sieger gingen Markus Hofstetter und Claudio d’Angelo, zwei «fremde Fötzel» von der Josefswiese, vom Platz. Möglicherweise gäbe etwas mehr Zucht und Ernstlichkeit im Spiel der Lindenhöfler in Zukunft wieder einmal eine Chance zum Sprung auf das Podest.

Remy Roos

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