Weltblatt für den
Kreis 1


Kulinarium
Neu und bewährt

Unser Kulinarier Peter Keck sah sich nach einer neuen Begleitung um und fand sie ganz in seiner Nähe. Zusammen kehrten sie in der «Bauernschänke» am Rindermarkt ein.

Zunächst in eigener Sache. Herr Ammann hat sich in der Dezember-Nummer des Altstadt Kuriers verabschiedet. Er meidet rauchfreie Restaurants (heute eigentlich alle) und ernährt sich jetzt vermehrt häuslich, wo er auch rauchen darf. Ich danke ihm für das Mitessen und Mitschreiben, das ich sehr schätzte und meist auch sehr vergnüglich fand und hoffe, dass im Sommer, wenn man wieder draussen sitzen und rauchen kann, der liebe Herr Ammann wieder einmal als Gast mit von der Partie ist. – Nun, allein essen macht keinen Spass. Also freue ich mich, meine neue Mitesserin vorzustellen. Sie heisst Edith Lier und vermittelte einst im Mai vor bald sechs Jahren Herrn Ammann zum Altstadt Kurier. Nun ist sie selbst an dessen Stelle getreten, was mich sehr freut. Frau Lier wohnt im Quartier und gehört zu mir. Der Reim ist gut, meine ich, doch auch Frau Lier bietet einiges. Sie isst und trinkt gern, vor allem gern gut und was ebenso wichtig ist, schreibt als langjährige Redaktorin sehr gut. Zum Beispiel auch über die Wohltaten des Heilfastens…

In der «Bauernschänke»
Herr Keck: Bitte, Frau Lier, wenn Sie die Speisekarte endlich fertig studiert haben, können wir bestellen! Ich weiss nämlich, was ich will.
Frau Lier: Was nehmen Sie denn? Wir müssen ja nicht das Gleiche essen.»
Ich sehe, Sie haben die Geschichte begriffen. Wenn Sie aber dann doch das essen möchten, was ich bestelle, ist das auch kein Problem. Ich nehme dann etwas anderes. Jetzt wählte ich als Vorspeise den Randensalat mit Äpfeln und Baumnüssen (Fr. 12.80), da blutbildend, und nachher das Lammentrecôte mit Kartoffelgratin (Fr. 35.–).
Gut, gut, ich verzichte auf die Vorspeise und nehme die Kutteln nach Zürcherart (Fr. 23.80). Hoffentlich sind sie weich gekocht. Sie wissen, mein linker unterer Backenzahn ist momentan eine Ruine. Da schafft augenblicklich nur ein Glas Weisswein Remedur.
Also ich tippe auf den sizilianischen Hauswein (dl Fr. 5.80), der hilft und kühlt und schmeckt grossartig. Sehen Sie die zwei Brotkörbchen auf dem Tisch? Eines mit Bürli und das andere mit Brot? Ist doch ein Angebot. Ah, da kommt mein Randensalat. Doch vorher: Zum Wohl Frau Lier, gute Besserung Ihrem Zahn.
Danke. Ich wünsche Ihnen einen guten Appetit und erlaube mir, von Ihrem Salat zu probieren. Sehr gut mit den Nüssen und den Äpfeln und nicht zu viel Sauce. Übrigens haben Sie, lieber Herr Keck, trotz der Roten Bete noch keine rote Rübe. Nun, da kommen ja auch schon meine Kutteln mit betörendem Duft. Was soll der Löffel im Teller? Vielleicht für Sie, Herr Keck, zum Probieren?
Da muss ich Sie belehren. Er ist für die Sauce am Schluss.
Darauf wäre ich allein nie gekommen. Ich dachte eher an ein bäuerliches Stillleben. Die Kutteln sind zart, die Kartoffeln weich und der Kümmel fehlt auch nicht. Ein wahrer Genuss. Wie wärs mit etwas Rotwein dazu? Oder ist Trinken auch verboten?
Nur keine Anspielungen aufs Rauchen. Ich schlage den «Appassionato cuvée» aus dem Thurgau vor (Goldmedaille Expovina 1999, dl Fr. 6.50). Der wird sehr gut zu unseren Gerichten passen. Wieder werde ich in meinen wichtigen Ausführungen unterbrochen, mein Lammentrecôte ist eingetroffen.
Sie meinen aufgefahren.

Gut gespiesen
Die ansehnliche Portion ist zu meistern, doch ist diese Arbeit vergnüglich, denn das Côte lässt nichts zu wünschen übrig. Auch der Kartoffelgratin ist perfekt. Ich kann nur loben.
Bald bin ich fertig, bitte benützen Sie noch den Löffel, Herr Keck.
Da lass ich mich nicht zweimal bitten. Wahrlich, die Kutteln sind ein Gedicht. Ich bin auch bald fertig, bitte benützen Sie noch die Gabel, Frau Lier.
Das Fleisch ist köstlich, selbst mein Zahn fand es zart und bekömmlich.
Frau Lier, ich habe Ihnen nun noch einiges zu erzählen. Seit ich 1998 das letzte Mal über die «Bauernschänke» schrieb, sind einige Neuheiten zu vermelden. Die Lampen sind neu und sehr schön, ein Tisch wurde angepasst, ein neues edles Glasgestell ziert die Theke (und kein Schwein merkte es), in der Grappa-Abteilung harren elf Grappas der Trinker, und auf der Terrasse wurden die Bänke halbiert, um den Einstieg für nicht mehr so bewegliche Leute zu erleichtern.
Das dürfte Ihnen sehr entgegen kommen. Haben Sie auch noch ein paar Interna parat?
Also Eva Haessig hat das Lokal 1998 übernommen. Seit ungefähr damals sind dabei die Köche Mikan und Chandra. Moni, Chefin de Service, ist seit zehn Jahren äusserst liebenswürdig und hilfsbereit im Team, und überhaupt fühlt man sich bei den «Bauernschänke»-Leuten wohl. Für die Administration von Vorteil war die Heirat von Eva mit Roland Thurnheer (2004), der heute die Website betreut und auch sonst mitdenkt, wobei die Musik bei ihm immer noch im Vordergrund steht. Merke, hinter einer guten Frau steht manchmal auch ein guter Mann.
Was Sie nicht sagen, Herr Keck!
Und damit ich es nicht vergesse: Es gibt jeden Tag vier oder fünf Mittagsmenus, mit Fleisch Fr. 19.80, Vegi Fr. 18.80. Und zu meiner Freude gibt es auch Turbinenbräu und Ittinger Klosterbräu.

Peter Keck*

Restaurant «Bauernschänke», Rindermarkt 24, 8001 Zürich, Tel. 044 262 41 30, offen 11.30 bis 14.30 und ab 17.30 Uhr, Samstag ab 12 Uhr durchgehend, Sonntag ab 17 Uhr.

*Peter Keck und Edith Lier essen und trinken neuerdings zusammen, weil es geselliger ist. Mal schreibt Herr Keck, dann wieder Frau Lier.


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