Weltblatt für den
Kreis 1


Köstliche Jugenderinnerungen

Einmal mehr lud das Spielzeugmuseum zur Vernissage für eine neue Sonderausstellung, «Franz Carl Weber Kataloge – eine langjährige Tradition», ein.

«Viel Leut’ – viel Ehr», hätte man sagen können, denn das kleine Museum war voll und auch etwas warm und die lieben Kellner kamen mit dem kühlen Weisswein fast nicht durch. Ich besuchte die Ausstellung am nächsten Tag nochmals und konnte so die Kataloge in Ruhe betrachten. – Hingegen erfreuten uns an der Vernissage zwei Reden. Ruth Holzer-Weber begrüsste die Anwesenden und erzählte von der grossen Arbeit, die dieser Ausstellung vorangegangen war. Sie dankte allen Helfern und gab das Wort weiter an Hans-Heinrich Knüsli. Er hatte die Aufgabe, aus einer grossen Schachtel die Familiengeschichte Weber auszugraben und wie wir hörten, tat er das mit Bravour. Seine Ausführungen waren sehr interessant und humorvoll, man erlebte die 130 Jahre FCW ganz eigentlich mit. Seine Vergleiche von damals und heute waren brillant, insbesondere die Gedanken zur Globalisierung, zur Gewerbefreiheit, zur Niederlassung, zu Import und Export ohne Hindernisse und Grenzen. Für einmal könnte man mit ihm sagen: früher war alles besser.
Die Kataloge, die Schwerpunkte der Ausstellung, weckten Kindheitserinnerungen. Was man als Kind natürlich noch nicht beachtete, waren die Namen der Künstler, die das Titelbild kreierten. Wie zum Beispiel 1913 Aschmann & Scheller, 1938 Alois Carigiet, 1970 Celeste Piatti, 1978 Urs Waldvogel, weiter auch Herbert Leupin, Moritz Pieper. Für uns war der Inhalt wichtig und wir stritten um das Erstleserecht. – Viele der damals abgebildeten Artikel sind in der Ausstellung zu sehen.
Unter den Gästen erspähte man neben Mitgliedern der Familie Weber den Direktor des Schweizerischen Nationalmuseums (einst Landesmuseum), Andreas Spillmann, Fabrice Buff, der als Gynäkologe und als Freund der Familie Weber den Babys den FCW-Katalog schon bei Geburt mitgab, Susanne und Hansruedi König, Jean-Philip Jaussi und Carlo Zendralli, der vor exakt 81 Jahren bei FCW ein Indianerkostüm auslesen durfte. Und dann eben Laura und Hans-Heinrich Knüsli, wobei Frau Knüsli auch am Aufbau beteiligt war und auch sonst ab und zu im Museum tätig ist. – Ein absolut sehenswertes Zeitdokument einer traditionellen Zürcher Firma.

Peter Keck

Ausstellung bis 30. Januar 2012. Zürcher Spielzeugmuseum, Fortunagasse 15 (beim Rennweg), 8001 Zürich. Montag bis Freitag 14 bis 17 Uhr, Samstag 13 bis 16 Uhr.

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