Weltblatt für den
Kreis 1


Fulminantes Finale

Die diesjährige Generalversammlung des Quartiervereins Zürich 1 rechts der Limmat war auch eine Abschiedsfeier für den abtretenden Präsidenten Martin Brogli. Seine Nachfolge tritt Peter Rothenhäusler an.

Ein schöner Brauch, die Generalversammlung mit einem Apéro zu beginnen, diesmal begleitet durch einen Auftritt der Feuerwehrmusik Altstadt, wo der scheidende QV-Präsident Martin Brogli als Bläser mitwirkt (und der Ex-Präsident Dieter Henne als Fähnrich). Die Feuerwehrmusik braucht denn auch nicht auf ihn zu verzichten, im Unterschied zum QV, denn sein Entscheid stand fest: Dies sollte seine letzte GV werden.
Mit der ihm eigenen Sicherheit und mit klaren Worten führt er durch die Traktanden, am 25. März, im vollen Saal des Zunfthauses «Zum Grünen Glas», begrüsst zunächst die geladenen Gäste namentlich, begleitet vom Applaus der Anwesenden, worunter 105 Mitglieder des Vereins.
Martin Brogli verzichtet diesmal darauf, einen Jahresbericht vorzutragen – der offizielle Jahresbericht war bereits im Altstadt Kurier zu lesen – und lässt stattdessen seine vierzehnjährige Amtszeit als Präsident Revue passieren. Er erwähnt, dass er drei Stadtpräsident(inn)en erlebt habe in dieser Zeit und kommt auf bearbeitete Themen zu sprechen wie Lärm, Verkehr und Wohnen in der Altstadt. In diesem Zusammenhang hat er denn auch mit etlichen Stadträt(inn)en zu tun gehabt, hat er etwa das autofreie Limmatquai oder die ersten Unterflurcontainer mit eröffnen dürfen, hat er mit dem Chef des Polizeidepartements über Sicherheitsanliegen diskutiert, mit der damaligen Amtsvorsteherin des Sozialdepartements über die Zukunft des GZ Altstadthaus debattiert oder beim Finanzvorstand vorgesprochen in Sachen Wohnen in städtischen Liegenschaften. Doch neben dem Umgang mit Personen in Amt und Würde gab es auch Profaneres, wie etwa den Nachbarn, der anrief und meldete: «Auf dem Dach gegenüber liegt eine tote Taube.» Der Präsident bedankt sich bei allen für die Unterstützung und übergibt das Wort dem Kassier Martin Bischoff, der die Rechnung präsentiert.
Zu reden gab voriges Jahr der irrtümliche Versand von Mahnungen betreffend Jahresbeitrag an sämtliche Mitglieder durch die externe Stelle, was neben viel Mehrarbeit für den Kassier zur Folge hatte, dass hundert Mitglieder doppelt bezahlt haben (was ihnen gutgeschrieben wurde). Die Rechnung schloss bei einem Vermögen von knapp 86 000 Franken mit einem Verlust von Fr. 1151.45.

Souveräner Präsident
Beim Traktandum Wahlen ergreift die Vizepräsidentin Marie-Claire Meienberg das Wort und würdigt das Wirken von Martin Brogli als Präsident. Er habe viel gearbeitet und viel erreicht, suche den Konsens, sei ein guter Innenminister, der die Sitzungen gut geleitet habe und ein guter Aussenminister, gewandt im Umgang mit den Medien. Aktiv und engagiert sei er und habe das Quartierleben mit geprägt, sei Teil des Kuchens, gut vernetzt. «Kurz: ein idealer Präsident!»
Zur Überraschung aller stehen die Vorstandsmitglieder auf und besingen die Qualitäten des Präsidenten zur Melodie von «Bohemian Rapsody» (Queen). Das Lied endet: «Du häsches super gmacht!» Der folgende Applaus füllt den Saal, Martin Brogli kann eine Standing Ovation entgegennehmen. Und erhält ein Geschenk überreicht, einen Wellness-Gutschein, den er zusammen mit seiner Frau Carol einlösen kann.
Der übrige Vorstand wird wiedergewählt, neu aufgenommen werden Felix Stocker und Katharina Nicca. Anstelle der zurücktretenden Revisorin Lucia Eigensatz wird Petra Gibler gewählt.
Als neuer Präsident wird Peter Rothenhäusler (1959) einstimmig gewählt. Er ist seit drei Jahren im Vorstand, lebt mit seiner Frau und seiner Tochter im Niederdorf, am Limmatquai, und arbeitet als Informatiker.

Weitere Traktanden
In der Pause treten Jojo Kunz und Herbert Kramis mit ihrem Kontrabass auf. Charles Weibel berichtet von der «Lärmfront», davon, dass auch in anderen Schweizer Städten der nächtliche Lärm zum Thema geworden ist, und dass es darüber einen Erfahrungsaustausch gibt.
Ulla Grob informiert als Präsidentin über den Trägerverein Altstadthaus. Das GZ Altstadthaus soll ab 2014 als «Quartiertreff Altstadthaus» in die Zukunft gerettet werden. Das bedingt vermehrte freiwillige Mithilfe. – Matthias Senn berichtet als Präsident des Herausgebervereins Altstadt Kurier kurz über unser «Weltblatt für den Kreis 1».
Der in Pension gehende Charles Irniger, zuständig für den Technischen Dienst der städtischen Liegenschaften in der Altstadt rechts der Limmat, wird mit einem Geschenk und viel Applaus feierlich verabschiedet. Dieser bedankt sich mit den Worten: «Ich finde es toll in der Altstadt und habe hier mehr gelebt als dort, wo ich wohne.»
Weitere Wortmeldungen gelten dem Züri-Fäscht respektive geplanter Aktivitäten auf dem Hirschenplatz, wo eine zweistöckige «Soldatenstube» aufgebaut werden soll, der Verein Weihnachtsbeleuchtung bedankt sich für die Spenden, es wird aufmerksam gemacht auf das Helferei-Theater und Anne Cuneo verschenkt DVDs eines Films, den sie über den Barocksaal im Zentrum Karl der Grosse gemacht hat.
Um 21.30 Uhr geht eine weitere lebhafte GV des Quartiervereins zu Ende.

Elmar Melliger


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