You’re right, dear Felix

You are perfectly right, Sir, mit Ihren/deinen Bemerkungen zur englischen Durchseuchung unserer schönen deutschen Sprache. Wer, wie your Regula, vor langer, langer Zeit zu Füssen des Right Honourable Dr. Hansruedi Faerber in the High Promenades of Zurich (auch Töchti genannt) gesessen und Englisch gebüffelt hat, kann am Tage nach Black Friday 2023 nur beipflichten: I am absolutely not amused about all the english stuff in our good old Züritüütsch! «Black Friday» heisst Ramsch-Tag. Der früher allgegenwärtige Ausverkauf («amtl. bew.») hat es nicht mehr gebracht, obwohl er in «SALE» umgetauft worden ist. Früher hiess es Anlass, heute ist es ein Event. Das Medienformat Podcast ist nichts anderes als das gute alte Hörbild von Radio Züri, wo es um 12.30 Uhr die Breaking News (Radionachrichten) gab, bei denen wir Kids gefälligst zu schweigen hatten.
Würde all diesen Kids neben Instagram und Tiktok noch etwas Zeit bleiben, würden sie, vielleicht angeleitet von einem späten Kollegen des besagten Dr. Faerber, die englische Literatur entdecken, über die ich nur sagen kann: It’s a coalmine, ladies and gentlemen! (Ein Bergwerk voll von Schätzen, Leute!)
Derzeit präsidiere ich den Fanclub des mir bislang völlig unbekannten britischen Autors Brian Sewell (1931-2015), der eigentlich ein gefürchteter Kunstkritiker war und nebenher skurrile Bestseller schrieb. Einer heisst «Pawlowa oder Wie man eine Eselin um die halbe Welt schmuggelt». Sein Buch, das erste, das auf Deutsch übersetzt worden ist, gibt es als Taschenbuch im Insel-Verlag. Ich habe es schon mindestens zehnmal verschenkt.
Die Geschichte der jungen Eselin, die manchmal im Güterzug, manchmal in einem alten Rolls Royce von Peschawar über Europa und den Ärmelkanal nach Wimbledon reist, führt uns skurrile angelsächsische Denk- und Lebensart vor, die wir auch ohne künstliche Sprachbrocken verstehen.
Ein anderes Goldstück aus der angelsächsischen Coalmine ist Mascha Kaleko, deren Lebenszeit (1907-1975) so richtig in die turbulenteste Zeit Europas und Amerikas zu liegen kam. 1938 ist sie, Jüdin die sie war, in letzter Minute aus Berlin in die USA entkommen. In beiden Sprachen, die sie schrieb – Muttersprache: Deutsch, Rettersprache: Englisch – hat sie unserem eigentlich beiläufigen Thema fast philosophische Tiefe verliehen.

Es sprach zum Mister Goodwill
ein deutscher Emigrant.
«Gewiss, es bleibt dasselbe,
sag ich nun land statt Land,
sag ich für Heimat homeland
und poem für Gedicht:
Gewiss, ich bin sehr happy:
Doch glücklich bin ich nicht.»

Mit nachdenklichen Grüssen, deine Regula