24 Höhepunkte im Dezember

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Zum Jahresende hin gibt es in der Altstadt immer etwas höchst Erfreuliches: den lebendigen Adventskalender – diesmal bereits zum 23. Mal. Ein Gemeinschaftswerk sozusagen, organisiert vom Altstadthaus, bestehend aus 24 Teilen. Immer wieder faszinierend.

Eine schöne Tradition: Zur Eröffnung, am 1. Dezember, singen die Kinder des Schulhauses Hirschengraben Weihnachtslieder, angeleitet von der Lehrerin Katrin Meier. Die Aula ist bis auf den letzten Platz besetzt, die 70 jungen Sängerinnen und Sänger haben ein Vielfaches an Publikum angezogen. Eine halbe Stunde lang singen sie «Merry Christmas», «Jingle Bells», singen sie vom Stern von Bethlehem, von der Weihnachtsbäckerei und vieles mehr, auf Deutsch, Englisch, Französisch, im Kanon. Einige der Kinder begleiten die Lieder instrumental, an Flügel, Schlagzeug, Trompete, Gitarre und Geige. Schallend und anhaltend ist der Schlussapplaus, und zum Abschluss gibt es Guetzli und einen heissen Punsch.
Am zweiten Tag lesen Mitglieder des Schreib-Clubs St. Peter im Chor der Kirche ihre Texte, und auch hier wird man mit Gebäck und mit Glühwein verwöhnt. Am dritten Tag, in der «Märli-Baracke» auf dem Zähringerplatz, erzählt das Minitheater Hannibal – Andrea Fischer Schulthess und Adrian Schulthess – die Geschichte vom Weihnachtssäuli. Nur die wenigsten wissen ja, wie das damals vonstatten ging, im Stall von Bethlehem. Als die frisch verheirateten Josef und Maria unverhofft Eltern werden, sozusagen durch eine Chefsache, und dann fliehen müssen. Die Rolle des Schweinchens wird da generell unterschätzt.
Am 4. Dezember liest Nelo Auer im Altstadthaus ihre Gedichte, im Mandarinli-Duft. – Der Chlausapéro der Nachbarschaftshilfe 1&8 vom 5. Dezember in der Helferei wird von Klaviermusik begleitet und ist gut besucht.

Ein Superman
Tags darauf, am Chlaustag, kommt der Samichlaus auf die Trittliwiese. Über 100 Kinder haben auf ihn gewartet und sind ganz aufgeregt, wie er mit dem Schmutzli aus der Dunkelheit erscheint. «Wo häsch dis Eseli gglah?», möchte dann doch jemand wissen. Als der Samichlaus nach Sprüchlein fragt, kommt postwendend: «Samichlaus, du Superman, leider bin ich Schmutzli-Fan.» Was der weise Mann quittiert mit: «Da freut sich de Schmutzli sicher. Er muess s’ganz Jahr so härt schaffe.» Ob denn jemand ein Lied singen könne, fragt der Samichlaus. Da erhebt ein kleines Mädchen, Alma, ihre Stimme und singt ganz allein ein Lied für den grossen Mann mit dem weissen Bart. Alle Kinder bekommen einen Chlaussack und der Elternverein offeriert warmen Fleischkäse und ein heisses Getränk. – Am 7. Dezember gibt es eine Überraschung in der «Märli-Baracke» und am 10. Dezember wartet dort ein Geschichtenabenteuer. Die musikalische Vorführung am 8. Dezember beim Klausbrunnen muss wegen Nieselregen leider ausfallen, die Instrumente sind wasserscheu, wohingegen am folgenden Tag die Gäste von Ursi Strasser sich in strömendem Regen beim Brunnen am Neumarkt unter einem Sonnenschirm einen Glühwein genehmigen.

Grossartige Bescheidenheit
Im Theater Stok trifft am 11. Dezember das Chrischtchindli auf Santa Claus, was bei denen für Verwirrung und beim Publikum für Heiterkeit sorgt. Kurz und fulminant, gespielt und musikalisch untermalt von Remy, Roli, Peter und Chrigle. Bei einem Umtrunk an der Bar kann man das Gesehene angemessen verarbeiten.
Am 12. versammelt man sich in der Predigerkirche. Es konzertiert, geleitet und am Flügel begleitet von Michael Kleiser, der Altstadtchor, der für den Auftritt ein dem Ort angemessenes Repertoire erarbeitet hat, gepflegt, sehr gepflegt. Anschliessend gibt es Guetzli und Punsch.
Am 13. des Monats lockt die «Suppenküche mit Superköchen» auf das Leueplätzli. Bescheiden waren sie ja schon immer. Zu sagen ist hier: Es hat den ganzen Tag geschifft, ist dann für die Dauer des Anlasses trocken, um dann die Luft wieder anzufeuchten. 30 Personen haben sich ins Freie gewagt. – Das Musée Visionnaire lädt am Predigerplatz zur Besichtigung der Ausstellung ein und offeriert ein Getränk. – Was «Feuer, Glut, Beilagen» bedeutet, erfährt man im Quartierraum auf dem Uraniaspielplatz. Dort sitzt man gemütlich beisammen, es gibt Bratwurst und Mandarinli. Und Nüssli.

Musik, Wein und Feuer
Das Grossmünster ist ziemlich voll, als am 16. Dezember etwa 40 Kinder die Weihnachtsgeschichte aufführen, im Chor verstärkt durch Erwachsene. Eine tolle Leistung, die im Anschluss daran mit einer Kürbissuppe auf dem Zwingliplatz belohnt wird. Das Publikum kann die Aufführung geniessen und bekommt die Suppe einfach so. Regnen tut es auch wieder einmal.
Weitere Angebote für Familien mit Kindern sind das «Adventsgärtli» (die Adventsfeier der Christengemeinschaft an der Unteren Zäune), der «bärenstarke Weihnachtsplausch» von Angelika Wittek am Neumarkt und der Film im Felsenegg-Keller.
Im Freien findet die vertonte Lesung an der Schipfe statt, Franziska Löpfe liest eigene Texte und ihr Mann Werner Fessler spielt Saxofon. Dann gibt es etwas Heisses zu trinken und selbstgebackene Guetzli.
Sage und schreibe zum 33. Mal zündet Anna Leiser auf dem Rehplätzli ihr Feuer in der längsten Nacht an, am 21. Dezember. Trotz feuchter Witterung gesellen sich in wechselnder Zusammensetzung immer wieder Leute um das Feuer, das bis tief in die Nacht hinein lodert. Ein heisser Tee hilft, sich warm zu halten.
Die «Marktlücke» an der Schipfe hat ein Adventsfenster gestaltet und hält heissen hausgemachten Glühmost und Lebkuchen bereit.
Blech und Wein, so lautet die Ankündigung des Anlasses, ausgerichtet von Ingris und Tobi Suter am 23. Dezember. Etwa 70 Personen sind der Einladung gefolgt und geniessen vor der Kirchgasse 32 ein Glas Wein oder zwei sowie selbst gebackenen Zopf und Brot. Und lauschen den drei Trompeten, die aus dem Wohnzimmer der Gastgeber schallen. Ein weiterer Höhepunkt zum Abschluss!
Am 24. Dezember steht die Einladung zur «Offenen Nacht» in der Helferei auf dem Programm, doch da haben sich wohl viele Altstadtbewohnerinnen und -bewohner schon in den trauten Kreis ihrer Liebsten zurückgezogen.
Herzlichen Dank an das Altstadthaus und an alle Gastgeberinnen und Gastgeber, die uns einmal mehr die Adventszeit verzaubert haben!  

Elmar Melliger