Tori Kara-Age hinterm Central

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Maki, das sind gerollte Sushi. Das «Maki-Haus» bietet japanische Küche. Unsere Kulinarierin hat es besucht und war von dem Gebotenen sehr angetan.

Sophia Wu und ihr Ehemann Xiandong Yao haben das Maki-Haus Anfang 2017 eröffnet. Sie servieren Japanisches, stammen aber aus China, von Shanghai. Das Lokal ist schlicht dekoriert und dimmrig beleuchtet.
Bei unserem Besuch sind acht Personen zu Gast. Ausser uns spricht niemand Schweizerdeutsch, auch die freundliche Sophia Wu nicht, die fürs Telefon und die Gäste zuständig ist. Uns schräg gegenüber schlemmt ein Gast seine Ramen-Suppe, die Nudeln hängen über sein Kinn wie ein Bart. Ramen ist übrigens ein chinesisches Lehnwort.

Alles hausgemacht
Die Miso-Suppe auf Sojabohnenpaste mit Tofu, Algen und Schnittlauch ist ein Klassiker, sie begleitet beispielsweise die Bento Box (das in Japan allgegenwärtige Mitnahmegefäss für Speisen), gross mit 6 Stück Sashimi, gemischter Sushi und Auswahl an Fisch oder Tori Kara-Age (frittiertes Hühnerfleisch (Fr. 48.–). Die Mittagsmenüs sind günstiger als diejenigen am Abend, aber alles ist hausgemacht vom schweigsamen Küchenchef Xiandong Yao in seiner winzigen Küche gleich beim Eingang. Das Menu Carpaccio besteht aus Algensalat, Fisch Carpaccio (Lachs oder Thunfisch) an scharfer Shichimi und Reis (Fr. 28.–). Tantanmen (Fr 24.–) ist eine scharfe Bouillon mit Sojasprossen, Pak Choi, Lauch, Ramen-Nudeln, mit Chili gebratenem Rindshackfleisch (oder, vegetarisch, mit Tofu).
Wir starten an einem draussen ungemütlichen Abend mit Gyoza, gebratenen Teigtaschen, gefüllt mit Schweinsgehacktem und Lauch (4 Stück Fr. 10.–). Dann Wan Tan, mit Schweinsgehacktem, Crevetten, Frühlingszwiebeln und Pak Choi, dem chinesischen Senfkohl, der optisch an Mangold erinnert (10 Stück Fr. 24.–). Nächstes Mal vielleicht Karaage-Hühnchen mit frittierten Shishito-Peperoni, Rotkohlsalat (Fr. 21.–) oder Katsu Don, ein frittiertes Schweinsschnitzel (Fr. 22.–), oder Salmon Udon, Weizennudeln in veganer Dashi-Suppe mit Lachs, Blattspinat, Wakame-Algen, Frühlingszwiebeln und Tempura-Bits…
Das Wort Tempura leitet sich übrigens vom lateinischen Tempora (Zeiten) ab, was eine Andeutung auf die Fastenzeit sein soll, in der die katholische Kirche ihren Gläubigen den Fleischkonsum untersagte. Schuld seien jesuitische Missionare gewesen, die im 16. Jahrhundert diesen Brauch eingeschleppt haben.
Meinen privaten Einstieg in Japan verdanke ich Elsa Muschg (1899-1976) mit ihren Kinderbüchern «Hansi und Ume unterwegs», 1937, und «Hansi und Ume kommen wieder», 1938 erschienen, die in meiner lange zurückliegenden Jugend gross in Mode waren und mich faszinierten. Ihr Halbbruder ist übrigens Adolf Muschg, der auch eine besondere Beziehung zu Japan hat.

Verhältnismässig günstig
Die fettarme japanische Küche gilt als sehr gesund. Weisser Reis ist ein Grundnahrungsmittel (eine Portion kostet im Maki-Haus 4 Franken), ist Hauptbestandteil eines Essens, alles andere ist «Okazu», also Beilage. Auch Nudeln sind verbreitet, Udon beispielsweise, dicke Weizennudeln, die in Brühe oder gebraten aufgetischt werden. Beliebt sind auch Soba, Buchweizennudeln, die im Sommer auch kalt gegessen werden.
Im Inselstaat Japan isst man ausserdem sehr viel Fisch, Meeresfrüchte und Meerespflanzen, zum Beispiel Seegurken oder Algen.
Fleisch dagegen ist kaum in den Speiseplan integriert, da der Fleischverzehr jahrhundertelang verboten und verpönt war.

Und Sake obendrein
Wir tranken Rhäzünser (4 dl Fr. 4.50), Chardonnay (Dezi Fr. 8.–) und Sapporo-Apfelsaft. Wir haben auch noch Teriyaki-Poulet (Fr. 21.50) und einen Sushi Mix (Fr. 30.–) verspeist. Überessen fühlten wir uns aber nicht. Teriyaki bezeichnet das «glänzende» Anbraten von Fleisch und Fisch dank Sojasauce, Sake und Honig.
Die Portionen sind eher klein, die Preise, gemessen an Zürcher Verhältnissen, auch. Unsere Konsumation kostete insgesamt 140 Franken.
Dessert – Matcha Cheese Cake (Fr. 7.50) oder Yuzu Roll Cake, Zitronen-Biskuit-Rolle (Fr. 7.50) – lag nicht mehr drin. Dafür ein Fläschchen Sake.
Der Besuch im Maki-Haus ist etwas Besonderes, Spezielles. Man ist wirklich wie in einem anderen Land.
Ein (italienischer) Doppio Espresso kostet 5 Franken 80, das Lächeln der Chefin ist gratis. Wir gehen bestimmt wieder hin. – Nicht nur wegen dem Sake.

Esther Scheidegger

«Maki-Haus», Stampfenbachstrasse 12, Tel. 044 211 01 01, www.makihaus-restaurant.ch. Geöffnet Montag bis Freitag 11.30 bis 14.30 und 17.30 bis 23 Uhr, Samstag 17.30 bis 23 Uhr.