Essen im Palast

Da war Ottilie für einmal enttäuscht, dass sie nur davon hörte und nicht mitdurfte...

Da war dieser ausführliche Bericht in der NZZ über die schwierige Kindheit von Massimo Biondi, der in Heimen, in katholischen Institutionen aufgewachsen ist, und das Leben dann gepackt hat. Der für seine kreative Schaufenstergestaltung bekannte Antikschreiner vom Rindermarkt hat auf den Artikel hin etliche Reaktionen erhalten. In diesem Zusammenhang hat sich das Folgende zugetragen, wie Ottilie erfahren hat. Da ruft doch jemand an, stellt sich als Sekretärin des Bischofs von Chur vor und eröffnet, dass dieser von Biondis Geschichte sehr berührt sei und ihn gern zum Mittagessen einladen würde. Und so sass Massimo Biondi am letzten Freitag im Januar 2024 im Zug nach Chur und sagte zu seiner Frau Margrit, dass es, weil Freitag, sicher Fisch geben werde. Empfangen wurden sie im bischöflichen Palast und tafelten mit Bischof Joseph Maria Bonnemain und dem Generalvikar, Peter Camenzind. Es gab Salat, Pasta und – Fischfilets. Man unterhielt sich ungezwungen über dies und jenes, im Esszimmer des Palastes, in welchem der Bischof sie dann noch herumführte. Es sei sehr sympathisch gewesen und man habe viel gelacht. – Nun steht eine Gegeneinladung bevor, die der Bischof anzunehmen gedenke, im Sommer, wenn es warm ist. Im Biondi’schen Palast, einem kleinen Haus im Wald in Stadtnähe, in seiner «Waldhütte», wie Massimo Biondi es nennt.