Robert Kümin

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Am Samstag, 24. Februar 2024 versammelte sich eine kleine Gemeinde aus Angehörigen und Freunden auf einem Waldstück in der Nähe seines geliebten Schrebergartens, um vom Altstadtbewohner Robert Kümin Abschied zu nehmen. Katrin Eberle (abschied-mit-herz.ch) führte durch die berührende Zeremonie, die von Milan-Rufen und anderen Vogelstimmen begleitet war. Es war als hätte der Hobbyornithologe Röbi, wie Freunde ihn nannten, die Vogelschar als Begleitmusik bestellt. Mit Naturmaterialen machten die Anwesenden Lebensspuren des Verstorbenen auf dem Waldboden sichtbar.
Der am 19. Juni 1952 geborene Röbi wuchs mit den Geschwistern Ursula und Hansruedi in Wipkingen auf. In der Schule war er unterfordert und wurde zum Klassenunterhalter und Spezialist für allerlei Streiche. Schräger Humor war sein ständiger Begleiter. Auf die Kinderfrage, wie spät es ist, antwortete Röbi: «Halbi Dräck am Stäcke.» Nach einer kaufmännischen Ausbildung sah er als Zahlenmensch in der Informatik seine berufliche Zukunft und wurde in diesem Fach zu einem absoluten Crack, der drei Programmiersprachen beherrschte und als Chef erfolgreich in grossen Unternehmen wirkte. Aus seiner ersten Ehe stammen die Töchter Natalie und Isabelle. Seit 2004 war er durch seine neue Partnerin mit der Altstadt verbunden, wo er an der Ankengasse wohnte. Robert war ein Hansdampf in allen Gassen und so begegnete er einem regelmässig im Dörfli. Den Ausgleich zum Stadtleben fand er im Schrebergarten am Sonnenberg, beim Vögel-Beobachten, zu Fuss oder so lange es ging auf dem Velo in der Natur. Diese war ihm auch in einem grösseren Zusammenhang wichtig, was ihn zu den Grünen führte, wo er viele Jahre im Vorstand der Kreispartei 1 & 2 als Ko-Präsident wirkte. Glücklich machten ihn die zwei Enkelkinder der Tochter Natalie wie auch die drei Kinder der Tochter seiner Lebenspartnerin, die er in seine Familie aufnahm.
2006 wurde auf der Lunge ein Schatten festgestellt, die daraufhin erfolgende Operation verlief gut, 2018 kehrte die Krankheit aber zurück, was seine Lebenskreise merklich verkleinerte und zur Aufgabe vieler Aktivitäten führte. Im September letzten Jahres verschlechterte sich seine Gesundheit nochmals. Am 2. Februar ist er nun in Anwesenheit seiner Nächsten gestorben. Röbi liebte Wortspiele. Der Schauspieler und Komiker Heinz Erhardt soll darum das letzte Wort haben und es ist, als hätte er Röbi gekannt: «Wer sich selbst auf den Arm nimmt, erspart anderen die Arbeit.»   

Peter Brunner