In gediegener Atmosphäre

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Die auf Komplementärmedizin spezialisierte St.-Peter-Apotheke an der St. Peterstrasse kann ihr 35-jähriges Bestehen feiern. Kein Jahrhundert zwar, aber doch ein Drittel davon, was in heutiger Zeit schon ganz beachtlich ist.

Die St.-Peter-Apotheke war ein Kind der Not. Der Betreiberin der Bellevue-Apotheke, Silvia Briggen, war der Pachtvertrag nicht verlängert worden und sie musste sich neu orientieren. Das tat sie 1989 mit der Gründung einer eigenen Apotheke. In einem prächtigen Haus mit Baujahr 1905 fand sie geeignete Räume, hell und freundlich, die davor zu dem auf Stilmöbel spezialisierten Einrichtungsgeschäft Ernst Hohl gehörten. (Die Stiftung Ernst Hohl betreibt im selben Haus das Museum Haus Appenzell, das sehenswerte Ausstellungen zeigt.)

Komplementärmedizin
Im Eingangsbereich sieht man sich zunächst in Staunen versetzt ob der Jugendstil-Pracht und man versteht auf Anhieb, dass dieser Raum unter Denkmalschutz steht.
Hier sind Kosmetik- und Natur-Pflegeprodukte zu finden. Dann betritt man die «Offizin», den Kernbereich der Apotheke, wo Beratung und Verkauf stattfinden. Hier sind die Hausspezialitäten, die anthroposophischen Medikamente von Wala und Weleda, sowie einige Nahrungsergänzungsmittel ausgestellt. Dazu sticht aber auch ein wunderschöner Blumenstrauss ins Auge, welcher die Besuchenden empfängt. «Es kommt vor, dass jemand hereinkommt, den Strauss fotografiert und wieder geht», sagt schmunzelnd der Apotheker Guido Brun, der Geschäftsführer. Anthroposophie, traditionelle chinesische Medizin – Guido Brun hat eine entsprechende TCM-Ausbildung absolviert –, aber auch Phytopharmaka lauten die Schwerpunkte der auf Komplementärmedizin spezialisierten Apotheke. Auch steht ein breites schulmedizinisches Angebot zur Verfügung.

Notdienstapotheke
In den Hinterräumen, im Labor, stellen die Mitarbeitenden Tinkturen her, Hausspezialitäten, auffallend ist hier der Potenzierbock, auf dem homöopathische Arzneien durch Schlagen potenziert werden, in Schubladen lagern Globuli. Für Tees gibt es hier 250 offene Kräuter, zur Herstellung von Hausspezialitäten oder nach Rezept. Ebenso lagern im Keller 300 Einzelgranulate, Rohkräuter und 200 klassische Formeln für die Herstellung von TCM-Rezepturen. – Die zwei «Kapellen» dienen nicht dem Gebet und der Einkehr: Die Glashauben sind für das Arbeiten unter Laborbedingungen.
«Dank dem Einbau eines Rüstautomaten im Untergeschoss im Jahr 2016 haben wir 100 Quadratmeter und damit viel Verkaufsfläche im Kundenraum gewonnen», erklärt der Apotheker auf einer kleinen Führung. Hier im UG lagern im Automaten über 4000 verschiedene Artikel, was bedeutet, über 12 000 Schachteln, die der Automat auf Bestellung zielsicher greift und in den Verkaufsraum hochschickt.
Die insgesamt 27 Mitarbeitende zählende St.-Peter-Apotheke ist eine Notdienstapotheke und ist an 365 Tagen von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Dieses Jahr sogar an 366 Tagen.

Elmar Melliger

St. Peter Apotheke, St. Peterstrasse 16, Tel. 044 211 44 77, www.stpeter-apotheke.com.
Am Montag, 1. Juli 2024, dem Geburtstag der Apotheke, erwartet die Kundschaft ein kleines Geschenkset (Natur-Kosmetik) oder ein 10-Prozent-Gutschein. Ebenso gibt es eine süsse Überraschung zum Naschen und Geniessen.