Fastfood in gepflegter Umgebung

Gleich zwei Fastfood-Betriebe sorgen derzeit in der Altstadt rechts der Limmat für Aufregung: Zunächst ist das der «Burger King» an der Niederdorfstrasse. Ausserdem ist am Limmatquai ein «McDonald’s» geplant.
Anfangs der 1980er-Jahre hatte «Burgerland» an der Niederdorfstrasse 30 nahe der Mühlegasse das Zeitalter der Fastfood-Betriebe in Zürich und in der Altstadt eingeläutet. Nachher war hier lange Jahre ein «McDonald’s», bis zu dessen Rückzug aus der Altstadt. Das Unternehmen schätzte die Entwicklung der Passantenströme im Niederdorf als rückläufig ein und verzichtete auf die Weiterführung des Lokals. (Wohingegen die Filiale beim Bahnhof Stadelhofen weiterhin läuft wie ein Örgeli.)
Es folgte das Restaurant «Enzian», ein Arbeitsintegrationsbetrieb, der Menschen mit einer Einschränkung eine Beschäftigung bietet. Dieser nutzte zwar die Einrichtungen im Souterrain weiterhin für ein Takeaway-Angebot, verstand sich aber als Speiselokal, das auf den beiden oberen Etagen gutbürgerliche Küche anbot. Corona kam dazwischen und die Neuausrichtung als Restaurant mit rein veganem Angebot brachte nicht den erhofften Erfolg, das Engagement wurde beendet.
Erneut rasche Verpflegung
Sodann folgte «Burger King», abermals ein Lokal für die rasche Verpflegung. Das kannte man bereits vom Vorvorgänger. So weit, so gut. Die aktuellen Öffnungszeiten sind Sonntag bis Donnerstag von 11 bis 23, Freitag und Samstag bis 24 Uhr.
Wie nun dessen Betriebszeiten ausgeweitet werden sollten bis 2 Uhr resp. bis 4 Uhr morgens in der Freitag- und Samstagnacht (Altstadt Kurier, Märzausgabe 2025), erhoben mehrere Personen eine Einsprache. Auch wenn man sich in dieser Gegend, im Niederdorf, einiges gewohnt ist und toleriert, ging das vielen zu weit. Das Rechtsverfahren läuft noch.
«McDonald’s» unter den Bögen
Unweit des Geschehens will sich «McDonald’s» nun wieder in der Altstadt niederlassen, am Limmatquai 48, wo zuvor «H&M» war (Altstadt Kurier, Maiausgabe). Doch dort, «unter den Bögen», hat niemand auf «McDonald’s» gewartet. Dort, zwischen Rathaus und Grossmünster und in Nachbarschaft mit den altehrwürdigen Zunfthäusern Saffran, Kämbel und Rüden, kommen die Pläne nicht gut an. Man befürchtet Immissionen und wohl auch einen gewissen Imageschaden. Vielleicht auch mit Blick auf die Zustände am Stadelhofen, wo sich die Jugend am Wochenende bis 2 Uhr nachts versammelt. Ebenso aufgeschreckt wurden Anwohnerinnen und Anwohner.
Geplant ist gemäss Bauausschreibung vom 7. Mai 2025 ein Umbau zwischen 1. Oktober 2025 und 31. März 2026 für dreieinhalb Millionen Franken. Entstehen soll im der Swiss Life gehörenden Haus ein Lokal mit 87 Sitzplätzen auf zwei Etagen und 24 Plätzen draussen «unter den Bögen». Dies mit Öffnungszeiten von Sonntag bis Donnerstag von 8 bis 1 Uhr nachts, in der Freitag- und Samstagnacht bis um 5 Uhr morgens.
Im Quartier werden Lärmimmissionen befürchtet, Littering in der Umgebung, aber auch Gerüche durch die Abluft der Küche. Es hat in der Nachbarschaft stille Gässchen und dunkle Plätzchen, attraktiv für ein nächtliches Gelage, die jedoch umgeben sind von bewohnten Häusern.
Mehrere der Anrainer, Mietende und Hauseigentümer, wie auch der Quartierverein Zürich 1 rechts der Limmat haben den Bauentscheid verlangt, um sich gegebenenfalls rechtlich wehren zu können.
Elmar Melliger