Die Kirche bleibt im Dorf

Angekündigt als Baustellenfest, bot sich den Teilnehmenden ein attraktives Programm samt geselligem Beisammensein.
Am Mittwoch, 2. Juli 2025 luden der Kirchenkreis eins Altstadt, der Verein St. Peter und die Pfarrerin Cornelia Camichel zum Baustellenfest. Denn seit einem Jahr wird in der Kirche gebaut und erneuert. Mit einem Unterbruch der Arbeiten in der Adventszeit und über die Weihnachtsfeiertage, damit die Kirche genutzt werden konnte. Nun neigt sich die Bauzeit dem Ende zu, was Anlass gab zu einem Baustellenfest, zu dem auch alle am Bau Beteiligten eingeladen waren.
In einer kurzen Besinnung in der Kirche sprach die Pfarrerin denn auch zu den Bauleuten im Besonderen. Sie brachte das Gleichnis vom Steinmetz, der missmutig einen Stein behaut und knurrt, er sei dazu verbrummt, diese sinnlose Tätigkeit auszuüben. Ein weiterer Steinmetz schlägt lustlos auf dem Stein herum: Dies sei halt das Einzige, was er könne, also mache er es halt. Der dritte Steinmetz aber rückt seinem Stein mit einem Strahlen im Gesicht zuleibe und erklärt nach seinem Tun befragt stolz: «Ich baue eine Kathedrale!» Eine Kathedrale ist der St. Peter nicht, die älteste Pfarrkirche der Stadt aber schon.
Der Architekt Patrick Schrepfer bot Führungen durch die Kirche an, vom Untergeschoss bis auf die Empore, und erläuterte die erfolgten und die abschliessenden Bauarbeiten.
Im Lavaterhaus wurde informiert zur Nutzung der im Besitz der Kirche befindlichen Bauten, die gerade evaluiert wird. Dies im Zusammenhang mit dem Rückgang der Mitgliederzahlen. Dazu zwei Zahlen: Waren 1850 noch 98 Prozent der Zürcher Bevölkerung evangelisch-reformiert, sind es heute noch ca. 25 Prozent. Es sprachen die Präsidentin der Kirchenpflege Zürich, Annelies Hegnauer, der Kirchenkreis-eins-Präsident Stefan Thurnherr und der Geschäftsführer Roman Schiltknecht. Die Anwesenden konnten erleichtert zur Kenntnis nehmen, dass in der Altstadt alles beim Alten bleibt, die Kirchen also im Dorf bleiben. Auch die übrigen Liegenschaften im Kirchenkreis eins werden nicht grob zweckentfremdet. Dazu gehören neben den vier Kirchen Grossmünster, Fraumünster, St. Peter und Predigern die Wasserkirche, das Kulturhaus Helferei, das als Kirchgemeindehaus dienende Lavaterhaus, die vier Pfarrhäuser und elf weitere Objekte. (Wobei das Grossmünster dem Kanton und die Wasserkirche der Stadt gehört, wie übrigens der St.-Peter-Turm.)
An diesem warmen Abend lockte anschliessend Musik und der Geruch von Grilladen die Gäste an die im Freien aufgestellten Tische, wo man den Abend angenehm ausklingen lassen konnte.
Elmar Melliger