Wo der Gast noch selbst kocht

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Die gesundheitsbewusste asiatische Küche liegt derzeit voll im Trend. Unser Kulinarier erprobte sie im Restaurant «Haru» an einem «Korean BBQ» und kämpfte dabei mit den Tücken des Tischofens und der Stäbchen.

Tomáš Nguyen ist der Gastronom hinter dem Restaurant «Haru» an der Stüssihofstatt 15. Seinen Werdegang vom Kellner zum Gastronomen beschreibt er als «Reise in die koreanische Küche mit modernem Touch». Ein eigenes Restaurant zu führen stand für ihn eigentlich nicht primär zur Debatte. Anlässlich eines Gespräches mit seinem ehemaligen Chef eröffnete sich aber überraschend eine Gelegenheit und so wagte er den Sprung in die Selbständigkeit. «Unsere Vision ist es, der Authentizität der koreanischen Küche treu zu bleiben, aber ihr einen subtilen modernen Touch zu verleihen. Es ist uns am wichtigsten, unseren Gästen zuzuhören. Aus diesem Grund hat unsere Speisekarte viele Veränderungen durchlaufen. Wir passen uns ständig an, verbessern uns und entwickeln uns weiter, basierend auf dem Feedback unserer Kunden, es ist ein ständiger Dialog», so Tomáš Nguyen.


Am Anfang steht das Feuer

Für einmal wählten wir einen Sonntagabend für unseren Besuch. Das Restaurant war bereits gut besucht und sollte sich im Laufe des Abends noch weiter füllen. Das Publikum war bunt gemischt, verschiedenste Nationalitäten mit entsprechendem Sprachengemisch. Dazu passt, dass wir auf Englisch empfangen und durch den Abend geleitet wurden. Was zuerst ins Auge fällt, sind die Zweiertische, welche, falls mehrere Gäste zu einer Gruppe gehören, einfach zusammengeschoben werden. Den Mittelpunkt jedes Tisches bildet ein Ofen, der von der Form her an ein Düsentriebwerk erinnert. In Betrieb klingt er dann auch ein wenig so. Die in Englisch gehaltene Speisekarte besteht aus zwei Seiten. Links die verschiedenen Gerichte, rechts die Getränke. Das schränkt zwar die Qual der Wahl entscheidend ein, dennoch waren wir froh, einen Teil der Gerichte auch in Form von Bildern als Wandschmuck wiederzufinden. Es erleichterte uns die Entscheidung massgeblich, zumindest bei der Wahl der Vorspeise. Wir entschieden uns für Mandu, eine Art Ravioli, gefüllt mit Fleisch (Fr. 12.80) und Kimchijeon, ein Pancake mit Kimchi (Fr. 11.80). Der Hauptteil des Angebotes besteht in Form des «Korean BBQ». Zur Auswahl stehen verschiedene Sets von einer bis vier Personen und beinhalten Schweine- und Rindfleisch, sowie Speck. Für Fischliebhaber wird ein Set für zwei angeboten. Dieses enthält Shrimps, Lachs, Jakobsmuscheln und Calamares. Die Preise bewegen sich zwischen 48 und 150 Franken. Zu jedem Set werden Reis, koreanisches Gemüse und verschiedene Saucen gereicht. Bei der Bestellung wird man gefragt, welche Art Rindfleisch man bevorzuge, Prime Rib oder Rib Eye. Man kann sich auch nur auf eine Sorte Fleisch festlegen oder ergänzend dazu bestellen. Verschiedenste Kombinationen sind möglich.


Handwerkliches Geschick

Die Speisen werden durch den Gast selbst auf dem Ofen gegart. Anschliessend bastelt man sich aus den mitgereichten Salatblättern, etwas Reis, dem Fleisch, Gemüse und etwas Sauce, kleine Päckchen, die man dann in einem Happen verzehrt. So zumindest die Idee. Dies gelang uns, wenigstens zu Beginn, nur selten mit Eleganz. Entsprechend sah unser Tisch im Laufe des Abends auch aus. Was der Freude am Essen und der guten Qualität aber keinen Abbruch tat. «Wenn die Gäste am Ende satt und mit einem Lächeln auf den Lippen gehen, weiss ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Was als Sprung ins Ungewisse begann, ist zu einer täglichen Leidenschaft geworden. Dafür bin ich wirklich dankbar», so Tomáš Nguyen. Vielleicht entsprang das Lächeln auf den Lippen der Angestellten auch ein wenig unserem ungeschickten Verhalten beim Falten. Probieren Sie es doch einfach selbst einmal.


Alexander Villiger



Restaurant «Haru Korean BBQ», Stüssihofstatt 15, 8001 Zürich. Tel. 044 821 24 24, Reservation empfohlen. Geöffnet Montag bis Freitag von 11.30 bis 14.30 und 17.30 bis 22 Uhr, Samstag 11.30 bis 23, Sonntag 11.30 bis 22 Uhr.