Lieber Elmar
Vor so etwa 40 Jahren war ich Präsident des Herausgebervereins Altstadt Kurier, der damals noch, neu gegründet, etwas wacklig durch die Altstadt humpelte. Zwei Stöcke förderten sein Fortkommen: Der Redaktor zweitens und die Inseratefrau erstens. Das war am Anfang Ursi Strasser, sie war die nährende Mutter des Beginns. Ohne sie kein Altstadt Kurier. Sie überwand die Säuglingssterblichkeit.
Nun zu den Redaktoren. Georges Müller war der erste, ein alertes Pürschli, der ja später gezeigt hat, was damals schon in ihm steckte. Der zweite Redaktor war Paul Weber, der meiner Vorstellung eines Altstadt-Redaktors entsprach: Ein junger Aufstreber, der bei uns zeigt, was er kann, was ihn höheren Orts empfiehlt. Zwischendurch war noch für ein Jahr Eugen Rieser. Kam und ging.
Der vierte warst du, Elmar Melliger. Ich dachte damals, auch du werdest den Altstadt Kurier als Podest gebrauchen, um höher zu springen. Denn damals war ich überzeugt, der Altstadt Kurier sei ein Ausbildungsverein. Wie habe ich mich doch getoschen! Der Altstadt Kurier ist dein Lebenswerk. Und nun, so 35 Jahre später, nimmst du den Abschied, du Elmar der allzeit Getreue. Du hast Jahr für Jahr den Acker bestellt, hast hartnäckig das Weltblatt für den Kreis eins vorangebracht, bist nie müde geworden in deiner Kärrnerarbeit.
Ich habe dich mit Onkelblick beobachtet und sage nun: Danke Elmar! Du warst das Fundament und der Anker, du hast dem Weltblatt für den Kreis 1 sein Überleben gesichert, warst der unermüdliche Arbeiter im Weinberg des Quartiers. Unter dem Titel steht unterdessen: 42. Jahrgang! Der Altstadt Kurier lebt und blüht. Daran bist du schuld, Elmar.
Mit dankbarem Gruss
Benedikt Loderer, Ex-Präsident