Auffrischung steht bevor

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Zwischen lauschig und etwas muffig wirkt der Spielplatz an der Unteren Zäune. Nun wird er saniert.


Der Spielplatz an der Unteren Zäune macht auf einige der Benützenden einen etwas erholungsbedürftigen Eindruck. Seit zwei Jahren, nachdem Quartierverein, Elternverein und Altstadthaus vorstellig geworden waren, teilt man diesen Eindruck auch bei Grün Stadt Zürich, welche die öffentlichen Spielplätze unterhält und verwaltet.

Gerade kürzlich hat man übrigens den Bienenwolf umgesiedelt, der keine Kreuzung zwischen Biene und Wolf, sondern eine Wespenart ist. Diese Tierchen graben Gänge, hier im Speziellen direkt unter dem Kletterturm, der deshalb vor einem Jahr gesperrt werden musste. Sodann konnte der Bienenwolf unbeschadet umziehen.

Für Kinder wie für Erwachsene

Vor zwei Jahren also hat man den Sanierungsbedarf erkannt und sich an die Arbeit gemacht. Und kürzlich, am 17. September 2025, konnten die Verantwortlichen das ausgereifte Projekt vor Ort präsentieren. Etwa ein Dutzend Personen von Elternverein Altstadt und Quartierverein Zürich 1 rechts der Limmat liessen sich von Isabel Zander von Grün Stadt Zürich und von der Landschaftsarchitektin Sabine Kaufmann das Vorhaben erläutern und auf Plänen zeigen. 

«Es soll weiterhin ein Spielplatz für Kinder und ein Platz auch für Erwachsene sein», räumte Isabel Zander einige Befürchtungen gleich zu Beginn aus dem Weg. Anders als bei der letzten Sanierung vor bald dreissig Jahren gibt es diesmal keine Planungswerkstatt. Damals hatte Michèle Heri Michel, Mitarbeiterin beim Altstadthaus, mit Kindern ein Konzept erarbeitet. 

Unter anderem wurde sodann das Unterholz entfernt, um dunklen Gestalten keine Aufenthaltsmöglichkeiten oder Verstecke für Drogen zu bieten, und neue Geräte wurden angeschafft. Heute lassen die vielen Bestimmungen wenig Spielraum: So darf unter Baumkronen nichts gebaut, müssen Vorschriften zur Hitzeminderung eingehalten werden, reden Denkmalpflege und Archäologie ein Wörtchen mit – im Mittelalter war hier ein Friedhof –, von Sicherheitsnormen ganz zu schweigen. Die teilweise hundertjährigen Eiben und Buchen bleiben stehen, ebenso der denkmalgeschützte Metallzaun, dessen Spitzen bereits früher mal abgedeckt wurden.

Neue Geräte

Der Platz liegt entlang der Unteren Zäune in der Form eines langen Rechtecks. Die umliegenden Häuser wie der Baumbestand sorgen für eine heutzutage wertvolle Beschattung. Am rechten Ende des Platzes ist der neue Sandkasten geplant, ebenso eine Netzschaukel. In der Mitte ist eine aktive Zone vorgesehen mit Klettergelegenheit. Der heute schlummernde Bereich links zur Spiegelgasse hin soll etwas aktiviert werden, mit Spielhaus und Balancierweg. Sitzgelegenheiten, darunter klassische Landi-bänke, sorgen für einen angenehmen Aufenthalt auch für Erwachsene. Ebenso die zum Picknick einladenden Tische.

Die bestehenden Geräte sind alle zu ersetzen, der Pingpong-Tisch wird etwas verschoben. Als Fallschutz wählen die Planenden weder Sand, der Bienenwölfe und Katzen anzieht, noch Holzschnitzel, sondern einen dem Schnitzelbelag täuschend ähnlich sehenden Gummischnitzelbelag (kein Katzenklo), von dem es auch nur eine halb so dicke Schicht statt dreissig Zentimeter braucht.

Der Zeitplan sieht vor, dass die Baueingabe demnächst erfolgt und die Umsetzung nach den nächsten Sommerferien. Womit die Eröffnung im Oktober 2026 zu erwarten ist.

Am Spielplatz Untere Zäune können sich bald wieder Klein und Gross erfreuen. Ausser vielleicht diejenigen, die auf einen beheizten Dreissig-­Meter-Pool gehofft hatten. 

Elmar Melliger