Niederdorf? Oberdorf?

In unserer beliebten Rubrik Regula und Felix, respektive Felix und Regula, gehts diesmal um die heiss diskutierte Frage, wo genau die berühmt-berüchtigte Grenze von Nieder- und Oberdorf verläuft.

Wo verläuft eigentlich genau die Grenze zwischen Niederdorf und Oberdorf? Fragen wir doch die allwissende KI (künstliche Intelligenz). Ihre Antwort lautet:

«Die Grenze zwischen dem Niederdorf und dem Oberdorf in der Stadt Zürich ist nicht exakt definiert, da die beiden Viertel nahtlos ineinander übergehen und die Stadt nur statistische Zonen kennt. Umgangssprachlich kann man sagen, das Niederdorf erstreckt sich vom Central bis zur Stüssihofstatt und das Oberdorf vom Bellevue/Rämistrasse bis zum Grossmünster. Die eigentliche Lücke dazwischen bilden die Marktgasse, die Münstergasse und der Platz um das Grossmünster, wo sich die statistische Zone Grossmünster befindet.»

Mit dieser Erklärung weist sich Chatbot, der vermeintlich Allwissende aus dem Reiche Digitalien, als erstaunlich genauer und differenzierter Erklärer aus. Immerhin wird aus dem in ungenannten Quellen zusammengestohlenen Text angedeutet, was uns altstädtischen Bewohnern rechts der Limmat auch immer wieder auffällt: Niederdorf und Oberdorf sind durch eine mentale, mit Emotionen aufgeladene Linie zugleich getrennt und verbunden. 

Reden wir vom Image. Es ist das – meist von aussen geformte – Bild, das eine Person, eine Stadt oder eben ein Stadtquartier – von sich gibt. Das Bild vom Niederdorf ist noch immer romantisch-verklärt; die derzeit von Christian Jott Jenny angeführte Lobby arbeitet auch fleissig an dessen Bewahrung. Ich sage nur: «De Heiri hät es Chalb verchauft!» 

Das Oberdorf hingegen ist stärker von namhaften Gewerbebetrieben geprägt. Ich sage nur Schwarzenbach. Oder Berichthaus. Hier ist mehr Experiment und Risikofreude. Sie äussert sich in vielen Boutiquen.

Ich finde das Oberdorf spannender. Nicht nur, weil ich seit 1988 hier lebe. Andere Meinungen sind übrigens willkommen. Wer eröffnet die Diskussion?

Je weiter der Weg, den die auf Party versessenen Besucher zurücklegen, desto verklärter das (Vor-)Urteil. Es ist geprägt von der «Kleinen Niederdorf-Oper», von Zarli Carigiet und vom Heiri, der ein Kalb verkauft hat. Jäsooduu…! 

Wir haben interessante Orte in der Altstadt.  

Kennen Sie beispielsweise die Geschichten-Bäckerei am Predigerplatz 42? Es gibt sie schon länger. Man kann dort (besser) schreiben lernen, bei einer Krimi-Autorin und ihrem Partner, einem Journalisten, den Kasperskis. 

Und wir haben die Winkel- und die Trittliwiese.  Die grüne Oase gehört der Stadt Zürich seit 1975. In  der 

Villa Winkelwiese 10 wohnte vor langer, langer Zeit «öise Stapi» Emil Landolt (1895-1995). Jetzt soll die gesamte Anlage saniert werden. Reden sie unbedingt mit (mitwirken.stadt-zuerich.ch)!

Regula