Ein berührender Abend

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"Weisch na - Altstadtgeschichten …, die man in keinem Geschichtsbuch findet", heisst das Buch mit den Lebenserinnerungen vom Altstadtoriginal Barbara Streiff. Aufgeschrieben von Gabriela Kasperski und historisch ergänzt durch Franz Kasperski. Am Montag, 8. Dezember, wurde dazu im Karl, die Grosse, richtig geschwelgt.

Von Lorenz Steinmann

Gabriela Kasperski sagte vor vollem Saal, dass sie "mega Angst" habe vor dem Publikum. Ein wenig kokettierte sie wohl damit, aber tatsächlich trat sie am Montagabend vor meist sehr versierten Menschen auf. Versiert darum, weil die gut 40 Leute, mehrheitliche Mitglieder des organisierenden Quartiervereins, sicher viel wussten übers Niederdorf. Hier, wo das Buch "Weisch na - Altstadtgeschichten" handelt.

Kasperski, die mit ihrem Ehemann Franz und einem ihrer Kinder an der Stüssihiofstatt wohnt, hatte das Publikum aber sofort auf ihrer Seite. Es wurde ein perfektes Heimspiel! Denn Gabriela Kasperski bezog die Anwesenden ein und fragte eingangs, was allen in den Sinn komme beim Thema "Weisch na". "Erinnerungen, Nostalgie, die kleine Niederdorfoper und meist eher etwas Lustiges", so einige der Stichworte aus dem Plenum.

Es war ein erfrischender, aber auch berührender Abend; sicher keine klassische Lesung und darum absolut kurzweilig. Es floss auch die eine oder andere Träne der Rührung. Und zwar darum, weil Gabriela Kasperski eine Schreibe hat, welche die eigene Fantasie anregt. Und auch, weil die ebenfalls anwesende Barbara Streiff berührende Trouvaillen besteuerte. Sie, welche die "heimliche Heldin" ist im Buch, wie die NZZ in einer tollen Besprechung schrieb. Streiff tritt zwar "nur" mit dem Pseudonym Sira in Erscheinung, war aber die Inspirationsquelle für das gelungene Werk. Sira übrigens hiess Streiffs Tante im Tessin. Wie gerne hätte Barbara lieber Sira als Barbara geheissen! Nun hat es doch noch geklappt. 

Gabriela Kasperki sagte zum Ende des vergnüglichen Abends, jemand habe doch tatsächlich 12 Bücher gekauft. Und zwar darum, weil sich das Buch ideal als Weihnachtsgeschenk eigne. Für sich - oder für die eigenen Eltern. Das kann der Chronist nur bestätigen. Hier darum die Bestelladresse.