«Farbige Kanten, bitte!»

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Beatrice Früh ist bös gestürzt über eine der heiss diskutierten Kanten bei den "Bsetzistein"-Wegen in der Altstadt. Nun fordert sie Massnahmen.

Von Lorenz Steinmann

 

Beatrice Früh hat einen Leserinnen-Brief an den Altstadt Kurier gesendet. Er ist kurz und prägnant: «Es war ein regnerischer Nachmittag, als ich auf meine Haustüre an der Kirchgasse zuging. In der einen Hand den Haustürschlüssel, in der anderen Hand Briefe, und hoppla blieb ich an diesem zwei Zentimeter ho- hen Bord hängen und fiel Kopf voran hin. Stark blutende Wunden und Blutergüsse im Gesicht, zudem Hämatome an beiden Knien. Der Arzt schickte mich ins MRI (Kosten 441 Franken und 60 Rappen). Zum Glück kein Schädelbasisbruch. Wie viele Unfälle, die Arztkosten verursachen, müssen noch geschehen, bis das Tiefbauamt den Blödsinn mit der zwei Zentimeter hohen «Trottoir»-Kante einsieht? Gefährlich ist diese auch für Leute mit Rollator, der am Absatz hängen bleiben kann.

 

Frau Stadträtin Brander, kümmern Sie sich doch nicht nur um Velorouten und Parkplatzabbau, sondern auch um die Schwächsten im Verkehr − die zu Fuss Gehenden!»

 

Weil das Thema nach einer Antwort der Stadt rief, bot sich ein Ortstermin an. Beatrice Früh, vor ihrer Pensionierung Juristin beim Kanton, war sofort bereit, vertieft über das Problem Auskunft zu geben. Sie, die im Haus der Grosseltern wohnt, ebenso wie ihre Tochter. Das Haus kaufte ihr Grossvater, der eine Sattlerei betrieb im Gebäude des heutigen Hechtplatztheaters. Früh zeigt ein historisches Foto mit ihrer Mutter, als diese noch ein kleines Kind war. Sehr eindrücklich!

 

Doch zurück zum hier und jetzt. Die Holztreppe im Haus ist enorm steil, was zeigt, wie fit Beatrice Früh ist. Trotzdem passierte ihr der ärgerliche Unfall vor der Haustüre. Nun schlägt sie vor, die gefährlichen Kanten einzufärben, zum Beispiel gelb. Oder dann zum Beispiel weisse Steine als Abgrenzung einzusetzen. Doch die Stadt winkt ab. Die Mediensprecherin des Tiefbauamts sagt, dass «eine langfristige Lösung mittels Anmalens des kleinen Absatzes technisch und aus Sicht Unterhalt nicht möglich» sei. Streng genommen gebe es bereits einen farblichen Unterschied, einerseits durch die hellere Fläche und anderseits durch die andere Anordnung der Steine. «Steine mit einem stärkeren Farbunterschied, die auch der gleichen Anforderung an Befahrbarkeit entsprechen, ist den Fachleuten nicht bekannt», so die Sprecherin.

 

Damit bleibt das Problem bestehen. Für Beatrice Früh ist der Bescheid eine Enttäuschung, wie sie zum Altstadt Kurier sagt.