Remy Roos

Bild zum Artikel

Die langjährige gute Seele des Altstadt Kuriers ist verstorben.

Von Elmar Melliger


Im Mai 2025 hat Remy Roos den Hut genommen. Als (ehrenamtlicher) Schreiber für den Altstadt Kurier, der er seit Jahrzehnten war, die letzten Jahre als Felix (in Felix und Regula), davor als «Strandläufer». Seinen Namen in der Zeitung zu lesen, war dem 1947 Geborenen nicht so wichtig:


«Die es wissen müssen, wer hinter Felix steckt, wissen es», sagte er dazu. Über all die Jahre war er der «Sportreporter» des Altstadt Kuriers, hat er umfassend berichtet über die Sportereignisse im Kreis 1. Wenn sie auch über eine lange Zeit gesehen an einer Hand abzuzählen waren, früher waren das mehr: LVB-Wanderung, Lindenhof-Derby (Velorennen vom Fraumünster zum Lindenhof), Blutwurstfahrt (sportlicher Grenzfall), Boule & Pétanque (gibt es noch immer), Federball-Turnier auf der gesperrten Froschaugasse (einmalig).


Überall war Remy als rasender Reporter dabei, wenn nicht gar als Mitorganisator. – Zum Rücktritt bewogen hat ihn seine Gesundheit, die ihm zunehmend zu schaffen machte. Seine (Beizen-)Besuche in der Altstadt wurden seltener, sein Radius kleiner. Er, der 1969 als 22-Jähriger nach Australien ausgewandert war, ein halbes Jahr in Papua Neu Guinea gelebt hat…


In Meilen aufgewachsen, hat der gelernte Tiefbauzeichner in jungen Jahren die verschiedensten Jobs ausgeübt. So war er tätig als Zahlenmensch bei einer Ölbohrfirma in Papua Neu Guinea, hat als Chefkoch in einem Hotel in Brisbane gearbeitet und als Zugbegleiter, war nach seiner Rückkehr in die Schweiz erfolgreich als DJ beim berühmten Nachtclub «Blackout» in Kloten…


In Australien hatte er 1970 die Neuseeländerin Anne kennengelernt, 1972 haben sie in der Schweiz geheiratet, zurück in Australien ist Sohn Oliver 1975 zur Welt gekommen. 1976 wieder in Zürich, wurde Remy sesshaft und machte 1977 eines seiner Hobbies zum Beruf, das Lesen, als Lektor bei der Medienbeobachtungsfirma «Argus der Presse», wo er blieb bis zur Pensionierung 2014. Dem kreativen, politisch und kulturell interessierten Menschen war die Musik sehr wichtig. Als Gitarrist und Sänger war er bei den «Cantina Hot Seven» dabei, bei «Tramgleis» und «Acapolka», bei Guggen sowieso, ebenso beim «Apfent» (beim lebendigen Adventskalender) und bei vielem mehr.


Auch wenn die letzten Monate schwierig waren und schmerzhaft, darf man wohl sagen: Remy hat ein reich erfülltes, bewegtes Leben gehabt, die Gemeinschaft, seine Familie waren ihm sehr wichtig, er hat «voll gelebt».


Nun hat er abermals den Hut genommen. Am 19. Oktober 2025 ist er nach kurzem Aufenthalt in der Klinik Hirslanden gestorben. – Adieu, lieber Remy!