Von Bewährtem und Neuem beim Adventskalender 2025

24 Veranstaltungen, jeden Abend eine vom 1. bis zum 24. Dezember 2025, boten Poetisches, Währschaftes und vor allem Verbindendes an.
Wie jedes Jahr seit dem Jahr 2000 bot der vom Altstadthaus organsierte lebendige Adventskalender viele rührende und verbindende Anlässe. Michèle Heri Michel vom Altstadthaus zog eine positive Bilanz. So lerne man neue Leute kennen und komme an Ort, die sonst unbekannt blieben. Das Altstadthaus an der Obmannamtsgasse organisiert das Ganze jeweils.
Viel los auf der Trittliwiese
Sehr grossen Zuspruch hatte der Samichlausbesuch mit seinem treuen Begleiter "Schmutzli" auf der Trittliwiese. Es ist eine der traditionellen Anlässe, die jedes Jahr stattfinden. Das Chlaustreffen wurde auf die Beine gestellt vom Elternverein Altstadt. Bemerkenswert war, dass sich manche älteren Kinder - oder schon fast junge Erwachsene - fast nicht zurückhalten konnten, bis sie eines der über 100 bereitgestellten Samichlaussäckli überreicht bekamen. So musste der sonst überaus geduldige und erfahrene Schmutzli das eine oder andere Machtwort sprechen. Immerhin, soviel ist überliefert, blieb es dabei, unartige Kinder zu ermahnen und ihnen mit der Rute zu drohen. Mitgenommen im Sack wurde definitiv keiner der Rabauken.
Definitiv ruhiger zu und her ging es beim erstmals angebotenen Chlausfest auf der St. Peterhofstatt. Dabei tönte das Angebot mit Punsch, Glühwein, Guetsli, Feuerschale, Samichlaus "und weiteren Überraschungen" durchaus attraktiv. Aber vielleicht genügen die bisherigen zwei Chlausveranstaltungen (es ging noch den Chlausapéro der Nachbarschaftshilfe 1 & 8) einfach?
«Zäller Wiehnacht»
Sehr weihnachtlich war es am 6 und am 7. Dezember in der Kiche St. Peter. Nachfolgend der stimmige Text von Christian Martin Gutekunst dazu:
Die «Zäller Wiehnacht» gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Schweizer Weihnachtsmusiken. Das von Paul Burkhard 1960 komponierte Singspiel erzählt die Weihnachtsgeschichte auf Schweizerdeutsch, getragen von eingängigen Melodien und kindgerechten Texten. Es verbindet die biblische Erzählung mit einer warmen, volkstümlichen Tonalität, die Generationen von Kindern und Erwachsenen berührt hat und bis heute als kulturelles Kleinod gilt.
Am 6. und 7. Dezember erlebte die Kirche St. Peter zwei Aufführungen dieses Werkes, die in ihrer Intensität und Stimmung kaum zu übertreffen waren. Unter der musikalischen Leitung von Philippe Méstrinel entfaltete sich ein Klangbild, das die adventliche Atmosphäre der Kirche noch vertiefte. Jörg-Ulrich Busch am Cembalo verlieh der Aufführung eine besondere klangliche Wärme, die den Chor und die Kinderstimmen fein begleitete und zugleich festlich akzentuierte.
Die Katechetin Martina Ilg hatte nicht nur die organisatorische Gesamtverantwortung inne, sondern auch die Kinder sorgfältig vorbereitet. Ihre pädagogische und künstlerische Arbeit war in jeder Szene spürbar: Die Kinder sangen mit leuchtenden Augen und klarer Stimme, getragen von einer Mischung aus Disziplin und Freude. Das Publikum spürte, wie sehr die Mitwirkenden – auch die Erwachsenen im Chor – das Team um Martina Ilg schätzten. Die Dankbarkeit für ihre hingebungsvolle Arbeit war in den Applauswellen nach jeder Aufführung deutlich zu hören.
Die Kirche war an beiden Abenden bis auf den letzten Platz gefüllt, viele Besucherinnen und Besucher mussten stehen, um das Geschehen mitzuerleben. Die Menschen drängten sich in die Bänke, um Teil einer Aufführung zu sein, die den Advent in seiner ganzen Tiefe erfahrbar machte. Die Musik, die Stimmen der Kinder und die festliche Stimmung verschmolzen zu einem Gesamterlebnis, das die Besucher in eine innere Ruhe und Vorfreude auf Weihnachten versetzte.
So wurden die beiden Aufführungen der «Zäller Wiehnacht» im St. Peter zu einem Höhepunkt der Zürcher Adventszeit. Sie zeigten, wie ein traditionsreiches Werk durch engagierte Leitung, feinsinnige musikalische Begleitung und die hingebungsvolle Arbeit mit Kindern zu neuem Leben erweckt werden kann. Die Begeisterung des Publikums und die Wertschätzung für das Team um Martina Ilg machten deutlich, dass die «Zäller Wiehnacht» auch 65 Jahre nach ihrer Entstehung nichts von ihrer Strahlkraft verloren hat. Es ist schön zu wissen, dass auch in den kommende Jahren – im nächsten Jahr im Grossmünster – ein Krippenspiel mit dem Team um Martina Ilg einstudiert und aufgeführt werden wird.