Die Weihnachtsbeleuchtung und das Geld

Um die Finanzierung der beliebten Weihnachtsbeleuchtung rund um den Neumarkt kümmern sich in Fronarbeit Manuela Eichhorn (links auf dem Bild) und Barbara Wick. Der stete Wandel beim Gewerbe bereitet ihnen gewisse Sorgen.
Schon zum 28. Mal erfreute die privat organisierte Weihnachtsbeleuchtung rund um den Neumarkt die Anwohnenden aber auch die Kundschaft der Geschäfte und die staunende Touristenschar. Es sind die vielen Lämpchen, die Teil des anziehend wirkenden Lichtermeers sind und den Neumarkt, den Rindermarkt, die Spiegelgasse, die Brunngasse und die Froschaugasse mit einem Glanz überziehen. So rückt dieser eher ruhigen Teil der Altstadt aus Sicht der Gewerbetreibenden in den Fokus der Kundschaft. Das war und ist das erklärte Ziel dieser durchaus aufwändigen Aktion.
Traditionellerweise wurde das Anzünden am 20. November mit dem Lichterfest feierlich begangen, mit viel Volk, Glühwein und seit einigen Jahren mit musikalischer Umrahmung, früher mit einer Kleinformation um Hans Kern und seit zwei Jahren des Vokal-Ensembles «Amici Cantori» (Altstadt-Kurier vom Dezember). Eingeschaltet war die «Fest-beleuchtung» mit Unterbrüchen tagsüber und nach Mitternacht bis am 5. Januar. Ins Leben gerufen wurde die komplett privat finanzierte Beleuchtung 1997. Die Idee hatte die langjährige Betreiberin des Lebensmittelladens am Neumarkt, Helen Faigle. Konzeptioniert wurde die Beleuchtung damals von Willi Walter. Das ganze Elektrische managt seit dem Start vor bald 30 Jahren die Firma Elektro Nay von der Spiegelgasse 12. Dies beinhaltet die Instandhaltung, die Montage und die Lagerung.
«Ehrenamtliche Geldeintreiberinnen»
Was oft vergessen geht bei dieser mit viel Magie verbundenen Instal- lation: Die Finanzierung der markanten Quartieraufwertung geschieht durch lokale Geschäfte und durch – das ist sehr wichtig und wird von Barbara Wick und von Manuela Eichhorn besonders geschätzt und verdankt – private Spender. Die ganze Organisation geschieht ebenfalls in Fronarbeit. Es sind Arbeiten, die im Hintergrund passieren und leider einem eher aussterbenden Tätigkeitsfeld angehören: Etwas fürs Wohl der Gemeinschaft beizusteuern, ohne jede Stunde zu verbuchen und abzurechnen.
Der Altstadt-Kurier hat die Macherinnen der Weihnachtsbeleuchtung getroffen, es sind wie erwähnt Manuela Eichhorn und Barbara Wick, welche die administrative Arbeit vor vier Jahren übernommen haben.
Barbara Wick kennt man vom Einrichtungsladen Wick Wohnkultur am Neumarkt 3. Sie hat zudem den Verein «Quartier im 1» gegründet und war viele Jahre dessen Präsidentin. Manuela Eichhorn war lange im Gastrobereich tätig, viele kennen sie noch als guter Geist in mancher Beiz. «Wir sind die ehrenamtlichen Geldeintreiberinnen», bringen die beiden Frauen ihre Aufgabe mit einem Augenzwinkern auf den Punkt. Eben haben sie wieder den Brief an die Gewerbetreibenden verschickt. Grundtenor: «Bei vielen war die Weihnachtszeit ein Erfolg, nicht zuletzt auch auf Grund unserer Weihnachtsbeleuchtung, die immer wieder begeisterte Besucherinnen und Besucher in unsere Gassen lockt». Doch der stetige Wechsel bei den Gewerbebetrieben und Läden bedeutet jedes Mal auch, «dass sich die Weihnachtsbeleuchtung vorübergehend mit weniger Gewerbeeinnahmen finanzieren muss».
Natürlich gebe es auch private Gönnerinnen und Gönner, welche die Querfinanzierung immer wieder möglich machen. Das sei sehr toll und nicht selbstverständlich.
Das Gewerbe profitiert
Doch, da sind sich Wick und Eichhorn einig, Nutzniesser dieser festlichen Lichter sei primär das Gewerbe. «So hoffen wir jedes Jahr von Neuem auf die solidarische Mitfinanzierung». Dabei geht es um einen Betrag von 30’000 bis 40'000 Franken. Komplett umgestellt auf LED wurde bisher noch nicht. Experten vom EWZ rieten, defekte ältere Lämpchen zu ersetzen und so Schritt für Schritt umzustellen. Das sei die finanziell beste Lösung.
Ob und wie das 30-jährige Bestehen der so belebenden Beleuchtung im November 2027 gefeiert wird, möchten die beiden fleissigen Frauen noch nicht kommunizieren. So oder so darf man sich heute schon auf weitere magische Abende freuen im Lichterglanz der Altstadtgasse.
Kontakt für Spenden: CH09 0900 0000 4065 5026 4, lautend auf Weihnachtsbeleuchtung Altstadt, Neumarkt 3. 8001 Zürich