Wenn Apple keine Antwort gibt

Im Festsaal des Zunfthauses zur Waag ging die GV des Quartiervereins Rennweg schlank über die Bühne. Eine Frage blieb aber offen.
Lorenz Steinmann
Es ist für eine Generalversammlung wohl eine der stilvollsten Umgebungen in ganz Zürich. Der Festsaal im oberen Stock des Zunfhauses zur Waag am Münsterhof. Viel Täfer, eingeschnitzte Jahreszahlen von 1336 über 1442 bis 1536. Wenn das keine Verpflichtung ist! Doch Felix Bär, Spross der Metzgerfamilie, fand die ideale Mischung zwischen Respekt und lockerer Forschheit, um die 137. Generalversammlung des Rennweg-Quartierverein mit Leichtigkeit, aber doch zügig zu leiten.
«Es war ein gutes Jahr, wir haben erreicht, was wir wollten», zog Bär ein positives Fazit. Weil sogar die Organisatoren der Rad-WM, übrigens ebenso wie das Filmfestival, etwas an die schöne und oft gerühmte Beflaggung im Quartier zahlten, fiel die Rechnung überaus positiv aus. Und doch konnte es sich Felix Bär nicht verkneifen, eine Rüge aussprechen. An die Adresse von Grossfirmen wie Apple. Diese würden von der Umgebung und vom Ambiente profitieren, würden sich aber finanziell nicht an der Beflaggung beteiligen. Was nun? Eine Anfrage des Altstadt-Kuriers bei Apple Schweiz blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.
Wenden wir uns positiveren Dingen zu. Das Thema Beflaggungen ist auch darum erwähnenswert, weil die Zürcher Zünfte neu u.a. den Rennweg und die Strehlgasse ebenfalls mit den Zunftfahnen beflaggen lassen, neben dem Limmatquai. Das sei eine Bereicherung und gebe zudem ein bisschen Geld in die Kasse, so Felix Bär.
Und damit zum ordentliche Teil der GV. Jahresbericht, Jahresrechnung und Budget wurden diskussionslos angenommen. Fast der gesamte Vorstand wurde wieder gewählt, sowie der bisherige Revisor Peter Epting. Fast der gesamte Vorstand? Besonders geehrte wurde Kati Maltry, die nicht mehr antrat. Die mittlerweile schon etwas ältere Dame war seit 1993 im Quartierverein dabei und gab nun ihren Rücktritt aus dem Vorstand. «Du warst immer eine solide. hochgeschätzte Verbindung zur Stadtverwaltung», hielt Felix Bär dankbar fest. Tatsächlich war Maltry die rechte Hand von immerhin vier Stadtratsmitgliedern. Zuerst einmal Ruedi Aeschbacher von der EVP, bekannt als «Schwellenruedi», dann folgte FDP-Vertreterin Kathrin Martelli, dann Martin Waser (SP), genannt «der Kennedy von Affoltern» plus am Schluss ihrer Berufskarriere Ruth Genner von den Grünen. «Man soll mit bald 80 Jahren Jüngeren Platz machen», sagte die sympathische Kati Maltry und bedankte sich für den schönen Blumenstrauss. Schmunzelnd sagte sie nein, als ihr Felix Bär ein Arbeitszeugnis anbot. Nun lachten die gut 40 Anwesenden herzlich. Es ist immer schön, mitzubekommen, wie gut ein Team aus Freiwilligen harmoniert.
Einen kurzen, aber spannenden Einblick in seine Vernetzungstätigkeit gab Chönden Chabdeltsang, genannt Lobi, der Präsident der SCTCC, der Schweizerisch-Chinesisch-Tibetischen Handelskammer. Diese setzt sich für die Förderung von Wirtschaftskooperationen und -entwicklung, den kulturellen Austausch sowie regelkonformes Handeln dieser verschiedenen Kulturen in der Schweiz ein. «Ich engagiere mich besonders für die tibetischen Anliegen», betonte der Referent eindrücklich.
Nach keinen 40 Minuten konnte Felix Bär den offiziellen Teil für beendet erklären. Es warteten getrüffelte Blumenkohlsuppe, Fleischvogel vom rind mit Kartoffelpürée und Karotten, sowie Süssmost-Creme zum Dessert. Stilgerecht!
Zur Vorinfo die kommenden Daten des RQV: Maiensingen am Donnerstag, 30, April, der Sommeranlass Mitte/ Ende Juni 2026, der Herbstanlass Mitte/Ende September 2026, sowie der Adventsanlass in der letzten Novemberwoche 2026.
Breitling-Uhren als Statussymbol
Über diverse Anlässe des RQV wurde im Altstadt-Kurier schon berichtet. Aus Platzgründen erwähnen wir diese nicht nochmals. Hingegen diesen Spezialevent wollen wir vertieft aufgreifen. Denn der RQV besuchte Breitling, then and now pop up Museum, am Rennweg. Viele Jahre organisierte der RQV am 30 April, die Fackeln für das Maieinsingen auf dem Lindenhof. Da dieser Anlass immer erst kurz vor Mitternacht stattfand und die anschliessende Kneipp in der Kantorei sich zur Massen-Veranstaltung entwickelte entschied sich der RQV-Vorstand diesen Anlass zu stornieren und dafür das Breitling - Museum am Rennweg zu besuchen. Chris Bachofen, Marketing-Chef von Breitling, führte durch das zweistöckige Uhren-Museum und präsentierte verschiedene Uhren-Modelle aus der Gründerzeit bis zur Neuzeit. Wieviel denn eine Breitling-Uhr kostet und wie hoch ist das Durchschnittsalter der Trägerinnen und Träger sei? «30 Jahre, Preise ab 8000 bis 40000 Franken», so die klaren Worte von Bachofen.
Nach diesen Zahlen war die Diskussion war lanciert und der Lärmpegel stieg rasant, mit der Eröffnung des Apéros kehrte aber schnell wieder Ruhe ein. Ein gelungener Anlass. «Bravo Breitling», so Felix Bärs Fazit. Ein «Bravo» auch für den gelungenen GV-Abend.