Martin Wehrli wird geehrt, der Komponist des legendären Feuerwehrmarschs

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Am Samstag, 30. Mai, um 17 Uhr werden im Kulturhaus Helferei wieder einmal Werke von Martin Wehrli aufgeführt. Es tritt Tomas Bächli am Klavier auf.

Vor fast genau 30 Jahren, am 24. August 1996, wurde im Rahmen des Neumarktfests die erste und einzige CD der Feuerwehrmusik aus der Taufe gehoben. Dort darauf: Der von Martin Wehrli (1957-2013) komponierte Feuerwehrmarsch, auch als «Dr. Dieter Henne-Marsch» bekannt. Die Feuerwehrmusik gibt es zwar seit gut fünf Jahren nicht mehr, doch für den lange in der Altstadt lebenden Musiker und Komponisten Martin Wehrli wird bald ein spezielles Konzert veranstaltet. Wehrli warfast 25 Jahre der Lebenspartner von Lisbeth Rüegg, die heute noch am Predigerplatz wohnt. Sie hat dem Altstadt-Kurier auch die Unterlagen über den Komponisten zusammengetragen.

«Etwas Aufregendes»
Wehrli gilt laut «NZZ» als bedeutender Komponist. «Ihm gelang es, grosse Gesten auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, mit wenigen Tönen ein Drama zu erzählen und elementare musikalische Gestalten wie Tonwiederholungen und Tonleitern in etwas Aufregendes zu verwandeln». Die Musik ist nicht lieblich, aber spannend und modern.

Der Pianist Tomas Bächli spielt nun am Samstag, 30. Mai, um 17 Uhr im Kulturhaus Helferei Werke es nach einer Operation leider allzu früh verstorbenen Musikers. Bächli hat sich seit den 1980er Jahren mit den Kompositionen von Martin Wehrli befasst. Drei der vier gespielten Werke hat er uraufgeführt und immer wieder gespielt. «Es ist eine Musik, die aufhorchen lässt, voller Überraschungen. Meist sind es wenige Noten, aber jede genau platziert», so der 67-Jährige der heute in Berlin lebt.

Das Konzert wurde von Anna Leiser initiiert und dauert etwa eine Stunde. Gerne würde der Musiker Tomas Bächli danach im Saal mit dem Publikum über die Musik reden und bei Bedarf auch die eine oder andere Komposition von Martin Wehrli nochmals spielen, wie es in der Einladung heisst. Lisbeth Rüegg freut sich, dass ihr ehemaliger Lebenspartner wieder einmal im Gespräch ist. «Wenn es die Situation ergibt, ist nach dem Konzert auch der Feuerwehrmarsch zu hören, ab CD», verspricht die 77-Jährige. Sie engagiert sich seit vielen Jahren im Quartier, eigentlich seit 1969, als sie hierher zog.

Doch zurück zur Musik, Zeit für eine Hörprobe der Wehrli-Komposition. Fazit: Der Marsch, musikalisch völlig untypisch für Komponist Wehrli, besticht durch seine Vielseitigkeit mit schnellen und langsamen Passagen, Dur- und Mollstellen wechseln sich ab. Schön, berührend und definitiv ein starkes Stück Altstadt-Geschichte. Dem Vernehmen nach soll der Schwierigkeitsgrad zum Spielen aber hoch sein. Der Name «Dr. Dieter Henne- Marsch» ist dem Sponsor geschuldet, selbstredend Dieter «Fips» Henne, der eine Zeit lang Präsident des Quartiervereins Zürich 1 rechts der Limmat war. Henne wurde übrigens bereits 1988 zum Fähnrich auf Lebenszeit ernannt, ein Amt, das er in Würde trug. Man darf sich auf einen sicher sehr interessanten Konzert(vor)abend freuen. 

Samstag, 30. Mai, um 17 Uhr im Kulturhaus Helferei an der Kirchgasse 13. Die Eintrittskarte von 30 Franken ist bar an der Abendkasse zu bezahlen. Martin Wehrli: Klavierstücke I (1984), IV (1988), VI (1997), Bagatelle (2008). Dazwischen: J.S. Bach Suiten in c-moll BWV 813 und Es -dur BWV 818a.