Der Verein Rathausquartier als konfrontatives Element

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Der Verein Rathausquartier überrascht mit einem durchaus selbstbewussten Namen. Denn die Begriffe «Quartier» und «Verein» erinnern eigentlich eher an altehrwürdige Organisationen. Das ist beim Verein Rathausquartier komplett anders. Er wurde erst letztes Jahr gegründet. Eines der aktuellen Kernanliegen ist der Kampf gegen die geplante Filiale von McDonald’s am Limmatquai 48. Der Altstadt-Kurier berichtete ausführlich darüber. Aktueller Stand ist, dass McDonald’s Mitte Mai den Entscheid des Zürcher Baurekursgerichts ans Verwaltungsgericht weiterzog. Das Baurekursgericht hob im April die städtische Baubewilligung auf. 

An der 1. Generalversammlung, die kürzlich im Altstadthaus stattfand, betonte Simon Staub, der Weiterzug überrasche nicht, ändere aber nichts am klaren Urteil des Baurekursgerichts. Das Projekt sei in dieser Form für diesen sensiblen Altstadtstandort nicht geeignet. «Es geht hier nicht um eine emotionale Ablehnung eines Unternehmens, sondern um konkrete Auswirkungen auf Wohnqualität, Stadtbild, Lärm, Abfall und Nachtbetrieb mitten zwischen historischen Zunfthäusern und Wohnhäusern», so Staub, der künftig das Co-Präsidium des Vereins zusammen mit Marc Jäggi ausübt. Weiter in den Vorstand gewählt wurde zudem Elsbeth Bär, die sich um die Finanzen kümmert. Das liebe Geld war ein zentraler Punkt an der Sitzung. Denn die bisherigen Anwaltskosten rund um den McDonald’s belaufen sich auf stattliche 50000 Franken. Für jede der 15 Rekurs-Parteien bedeutete dies 3000 Franken. Der Rest wurde durch Spenden und einen Beitrag des Quartiervereins Zürich 1 rechts der Limmat gedeckt. Weil es nun weitergeht vor Gericht, kommen Mehrkosten hinzu. Man bleibt aber optimistisch, dass der Burgerbrater aufgeben wird. Und wie ist der Stand beim Burger-King an der Mühlegasse? Eric Bloch vom Quartierverein informierte, dass dort ein Gerichtsentscheid hängig sei gegen längere Öffnungszeiten. Doch weil die Öffnungszeiten liberalisiert seien im Kanton Zürich, gehe es lediglich darum, Zeit herauszuholen, bis es dann doch soweit sei. 

Einig war man sich an der GV, dass es den Verein Rathausquartier unabhängig von der McDonald’s-Geschichte weiter brauche. Man könne konfrontativer agieren als die herkömmlichen Organisationen. Nächster grosser Auftritt ist am Freitag, 12. Juni. Dann ist um 9.45 Uhr Besammlung vor dem Haupteingang des provisorischen Hauptsitzes der Swiss Life beim Hochhaus zur Palme (Bleicherweg 33). Dann werden die gesammelten 3800 Unterschriften gegen den McDonald’s an die Liegenschaftsbesitzerin, die Swiss Life, übergeben. «Je mehr Leute teilnehmen, umso gewichtiger wird die Übergabe», gibt sich Elsbeth Bär kämpferisch. Es ist und bleibt also spannend im Rathausquartier.       

https://kein-mcdonalds-limmatquai.ch/ 

Lorenz Steinmann