Im Heil- und Genussgarten

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An einem nochmals sehr warmen Spätsommerabend, am 20. September, führte die kundige Regula Kwasniok, Aktivierungstherapeutin und Gärtnerin, durch den Heil- und Genussgarten des Alterszentrums Bürgerasyl-Pfrundhaus.
Auf der Ostseite begrüssen uns in ihrem Gehege unter einem riesigen Nussbaum die putzigen Seidenhühner, die tagsüber frei im Garten herumlaufen. «Leider», meint Regula Kwasniok schmunzelnd, «graben sie erst, wenn die Arbeit schon getan ist.»
Direkt entlang der Südfassade finden wir duftende Tee- und Heilkräuter wie Wermut, Lorbeer, Goldmelisse, Malve, Fenchel und Salbei, Rosmarin, Meerrettich und Origano.
Ein kleiner Feigenbaum, Aprikosenspalier und Feuerlilien setzen Akzente dazwischen. Tief in seiner Mitte versteckt hat der stattliche Granatapfelbaum (dank des heissen Sommers) seine allererste Frucht hervorgebracht.
In der östlichen Ecke des Gartens steht ein Hochbeet mit griechischem Salbei und Chili. Die Chilis werden eingelegt und wie diverse Produkte aus den Heil- und Gartenkräutern am Basar verkauft. Viele Kräuter werden in der Küche verwendet. Eine Gruppe von Bewohnerinnen und Bewohnern, der «Gartenclub», helfen bei der Verarbeitung aktiv mit. In den zwei mit Buchs eingefassten Gartenarealen auf der Südseite stehen zwischen je einem Quitten- und Apfelbaum verschiedene Hochbeete mit Chili, Brennnesseln, Himbeeren, Johannisbeeren, Tomätli, Krautstiel und Kohlrabi. Dazwischen leuchten Tagetes und Ringelblumen. Astern, Herbstanemonen und Löwenmäulchen erfreuen das Auge. Dahinter wachsen Reben.
Im Kartoffelbeet bediente sich als erster Mr. Reinecke, der auch ein paar Hühner auf seinem Gewissen hat. An einem alten Chriesibaum rankt ein riesiger Efeu. Diesen Sommer wurden darin erstmals die seltenen Efeu-Seidenbienen entdeckt.
Regula Kwasniok offeriert den fünfzehn Teilnehmenden dieser spannenden Gartenschau im grosszügigen und alle Sinne anregendem Garten einen Apéro mit selbst gemachten Federkohlchips, das Rezept dazu liefert sie gleich mit.
Einmal mehr geht ein grosser Dank an alle, die uns diesen Sommer ihre Gartenpforten geöffnet haben.

Christina Zehntner