Bäume teils erhalten

Wer heute in der Stadt Zürich Bäume erhalten oder pflanzen will, rennt in der Regel offene Türen ein, Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden grossgeschrieben. Umso mehr erstaunte und befremdete die Mitteilung, dass wegen eines Bauprojekts am Neumühlequai sämtliche ca. 60 das Limmatufer säumenden stattlichen Kastanienbäume gefällt werden müssten. Auch seien sie – wie gewohnt in einem solchen Fall – in einem schlechten Zustand.

Die Vereine Klimastadt Zürich und Stadtgrün haben daraufhin eine Petition gestartet – unterstützt auch vom Quartierverein Zürich 1 rechts der Limmat –, mit welcher der Erhalt der Bäume gefordert wurde. Der Druck aus der Bevölkerung, die Petition konnte mit 12 000 Unterschriften übergeben werden, zeigt nun Wirkung: Die Stadt Zürich hat ihr Projekt für den Bau des geplanten Mischwasserkanals überarbeitet und ist zum Schluss gekommen, dass wenigstens ein Teil der Bäume erhalten werden kann.

Die Sache ist knifflig. Insbesondere geht es darum, dass die Rettungsfahrzeuge von ihrem Stützpunkt rasch Richtung Central ausfahren können, was während der Bauzeit von zweieinhalb Jahren nur über das Trottoir – wo die Bäume stehen – möglich ist. Eine Rampe in der Limmat zu bauen, stellte sich als unrealistisch heraus.

Die nun gewählte Variante sieht den Erhalt der Bäume zwischen Walchebrücke und Central vor. Dies wird möglich, indem auf eine auf der ganzen Länge durchgehende hohe Haltekante bei der Bushaltestelle und auf ein breiteres Trottoir verzichtet wird.

Somit werden bis Baubeginn 2029 noch 40 Bäume entfernt, ein Teil gefällt, ein Teil umgepflanzt. Womit 14 stehen bleiben.


Elmar Melliger