Sorge um Spielplatz
Die Plakate irritieren: «Auf der Trittliwiese wurde eine erhöhte Belastung mit Blei festgestellt». Eine akute Gefährdung bestehe derzeit aber nicht. Doch der Reihe nach.
Es tönte alles so schön. Die Trittli- und die Winkelwiese sollen verbunden und für die Quartierbevölkerung zugänglich gemacht werden. Die Pläne wurden im Oktober 2025 in der Aula des Schulhauses Hirschengraben präsentiert und von den gut 70 Anwesenden wohlwollend aufgenommen. Doch nun irritieren an den Eingängen zur Trittliwiese angebrachte Plakate. «Bei Boden untersuchungen wurde auf der Trittliwiese eine erhöhte Belastung mit Blei festgestellt», heisst es darauf. Plus eine Art Beschwichtigung: «Aus Vorsorge bitten wir Sie, folgende Hinweise zu beachten: Kleinkinder sollten beim Spielen be aufsichtigt werden, damit sie keine Erde ver schlucken» Und weiter: «Kleinkinder dürfen nicht regelmässig auf offenen Bodenflächen ohne Graswuchs spielen».
So harmlos scheint das Ganze also doch nicht zu sein. Man erinnert sich an die Josefwiese im Kreis 5, als der Boden wegen dem Gift aus der nahen Kehrichtverbrennungsanlage zeitweise gesperrt wurde. Auf Anfrage bestätigt Grün Stadt Zürich, man habe «im Rahmen der sich verändernden Nutzung der Trittliwiese bei Bodenuntersuchungen im Oberboden erhöhte Bleige halte festgestellt». Die Bleibelastung (390 mg/kg) überschreite auf mehreren Teilflächen den Prüfwert der Verordnung über Belastungen des Bodens (300 mg/kg). «Dieser gilt gestützt auf das Umweltschutzgesetz als Sanierungswert für öffentliche Grünflächen, auf denen regel mässig Kleinkinder spielen».
Mit anderen Worten, eine Sanierung ist unumgänglich. «Weitere Schritte werden aktuell in Zusammenarbeit mit den zuständigen kantonalen Fachstellen und Bodenfachexperten geprüft», berichtet die Stadt. An der geplanten Dialog-Veranstaltung werde zum aktuellen Stand informiert. Diese ist auf Samstag, 14. März, von 9 bis 12 Uhr angesetzt. Ort: Freie Schule Zürich an der Waldmannstrasse 9 (Aula im 1. Stock). Also grad in der Nähe zum Wiesen-Eingang von der Rämistrasse her. «Schon in früheren Jahrzehnten entstanden» Doch warum überhaupt hat es Blei im Boden? Nochmals Grün Stadt Zürich: «Die Herkunft der Belastung ist unklar, sie ist aber mit grosser Wahrscheinlichkeit schon in früheren Jahrzehnten entstanden». Sprich: Es war schon lange Gift im Boden und niemand merkte etwas. Für die Stadt ist aber eins klar: «Eine akute Gefährdung besteht derzeit nicht, sofern Kleinkinder nicht regelmässig belastete Erde verschlucken». Es brauche daher keine Absperrung, die Massnahmen bis zur Sanierung seien vorsorglich, «um den Schutz der Kinder weiter hin auf hohem Niveau sicherzustellen. Die Nutzung als Spielwiese ist mit diesen vorsorglichen Massnahmen (Beaufsichtigung) weiterhin möglich, da der bestehende Graswuchs das Risiko reduziert. Der Sandhaufen ist nicht davon betroffen».
Vom Elternverein Altstadt, der die Wiese regel mässig nutzt, heisst es, man könne ein mögliches gesundheitliches Risiko noch nicht ab schätzen. Der Elternverein sei mit der Stadt in Kontakt und werde dies anlässlich der Dialog veranstaltung vom 14. März zur Trittliwiese diskutieren. (ls.)