Weltblatt für den
Kreis 1


Änderungen treten nächstes Jahr in Kraft
Neues Verkehrsregime rechts der Limmat



Nach elf Jahren Hin und Her auf dem Rechtsweg ist die so genannte «Altstadtzone» rechtskräftig geworden.

Von Elmar Melliger
Man kennt das: da passiert lange gar nichts und dann plötzlich wird man überrumpelt von einer Reihe von Ereignissen. Ähnlich ging das mit Verkehrsfragen in der Altstadt. Vor sage und schreibe elf Jahren ist die Ausschreibung der so genannten «Altstadtzone» erfolgt, die ein neues Verkehrsregime in der Altstadt rechts der Limmat zum Inhalt hatte. Kurz gesagt ist die wesentliche Änderung die, dass ab 12 Uhr kein motorisierter Privatverkehr in den Gassen mehr stattfindet, abgesehen von Ausnahmen wie Hotelzufahrt, Rettungsfahrzeuge, Anwohner und Geschäfte mit Zufahrtsbewilligung etc. Rekurse haben das Vorhaben jahrelang verzögert, so dass man es fast schon vergessen hatte. Und nun gab der Bundesrat kürzlich grünes Licht für die Realisierung der «Altstadtzone».

Plötzlich alles aufs Mal
Inzwischen ist die Befreiung des Limmatquais vom Durchgangsverkehr, auch diese vom Volk abgesegnete Veränderung musste etliche Instanzen durchlaufen, in Sichtweite gerückt. Noch in diesem Herbst wird der Privatverkehr auf signalisierten Umfahrungsrouten das Limmatquai links oder rechts liegen lassen. Weiterhin verkehren werden hier Trams, Velos und Anlieferer, neben den «aufgewerteten» Fussgängerinnen und Fussgängern natürlich.

In diesen Tagen erst wurde das lang ersehnte Parkhaus Gessnerallee eröffnet. (Hier dauerte es 35 Jahre von der Idee bis zur Inbetriebnahme.) Das bedingt die Aufhebung oberirdischer Parkplätze in grosser Zahl. Was wiederum auch Umbau- und Abbrucharbeiten (die Parkdecks über der Sihl) zur Folge hat.

Seiner Signalisierung als Fussgänger-Boulevard harrt einstweilen der Rennweg. Hierzu eingereichte Rekurse liegen noch beim Statthalter, der den Entscheid des Bundesrats zur «Altstadtzone» rechts der Limmat abwarten wollte. Jetzt dürfte also auch bei dieser Fussgängerzone Bewegung in die Sache kommen.

Übrigens, während das Limmatquai erst mal gesperrt wird und danach neu gestaltet, ist es am Rennweg gerade umgekehrt. Dieser wurde bereits umgestaltet und es müssen nur noch die Parkplätze aufgehoben werden und, wenn ein rechtsgültiger Entscheid vorliegt, die Durchfahrt gesperrt.

Altstadtzone: wo und wann?
Der vom Bundesrat gefasste Beschluss, die Altstadt rechts der Limmat ab 12 Uhr zu sperren, betrifft das Gebiet zwischen Limmatquai, Rämistrasse, Hirschengraben und Seilgraben. Ausgenommen ist die Mühlegasse als wichtige Verbindung und der Spickel zwischen Mühlegasse, Seilergraben und Zähringerstrasse, wie schon in der Ausschreibung vorgesehen. Zusätzlich ausgenommen wurde – auf regierungsrätliches Verlangen gegenüber der Stadt – der Zähringer- und Predigerplatz. Hier ist die Zufahrt und Parkieren also wie bis anhin von 5 bis 19 Uhr möglich.

Um alles seriös vorzubereiten, benötigt die Dienstabteilung Verkehr genügend Zeit, auch wegen der Gleichzeitigkeit der beschriebenen Veränderungen. Hier sollen eine genaue Bestandesaufnahme und Gespräche mit involvierten Kreisen wie beispielsweise Schutz und Rettung Zürich, aber auch mit Quartiervertretern, den zu treffenden Massnahmen vorangehen, wie Bruno Sommer von der Dienstabteilung Verkehr erklärte. Das alles bedeutet für Peter Rose, bei der Dienstabteilung Verkehr zuständig für den Kreis 1 bezüglich permanenter Verkehrsanordnungen, viel Arbeit. Man will hier wirklich mit grosser Sorgfalt vorgehen und sich die nötige Zeit einräumen. Auf ein paar Monate kommt es jetzt wohl nicht mehr an. Immerhin besteht endlich die Gewissheit, dass es vorwärts geht und in welche Richtung.

Keine Velos mehr
Anders als vorgesehen und anders als am Limmatquai werden mit dem bundesrätlichen Entscheid in der neuen Fussgängerzone rechts der Limmat keine Fahrräder mehr erlaubt sein. Da heisst es absteigen und schieben. Damit hat man eigentlich nicht gerechnet, vor elf Jahren, das war in der ausgeschriebenen polizeilichen Verfügung nicht enthalten, wurde dann aber vom Regierungsrat verlangt als Voraussetzung dafür, einem stadträtlichen Wiedererwägungsgesuch stattzugeben.
So oder so werden noch manche wichtige Details zu klären sein. Wie wird das neue Regime eingeführt, wie werden die Vorschriften durchgesetzt? Reichen Kontrollen, sind Barrieren oder andere handfeste Massnahmen nötig?

In einem Jahr dürften wir mehr wissen. Fürs Erste bleibt uns also Zeit, uns an die Veränderungen im Zusammenhang mit dem neuen Parkhaus Gessnerallee und mit dem gesperrten Limmatquai zu gewöhnen.

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