Weltblatt für den
Kreis 1


Gestaltungsplan Kunsthaus-Erweiterung
«Open Pfauen»: den Platz vergrössern



Die Gruppierung «Open Pfauen» will den Heimplatz vergrössern, eben den Pfauen offener machen als dies der öffentlich aufgelegte Gestaltungsplan vorsieht.

Wie bereits die NZZ berichtete, sind bis Abschluss der öffentlichen Auflage des Gestaltungsplans betreffend Erweiterung des Kunsthauses 45 Einwendungen eingegangen, davon 37, die eine Vergrösserung des Platzes verlangen. Bisher ist vor dem Neubau ein Trottoir mit 9 Meter Breite geplant.
Für die Gruppe «Open Pfauen» um den Architekten Robert Wunderli (er stellte seine Idee schon einmal im Altstadt Kurier vor) ist das zu wenig. 20 Meter müssten es sein. Dann nämlich würde der Erweiterungsbau in eine Linie mit dem Gebäude an der Ecke Hottinger-/Rämistrasse zu liegen kommen. «Damit würde ein veritabler Vorplatz entstehen», wie Robert Wunderli auf Anfrage ausführte.
Der in seiner Grösse von 21 Meter Höhe und 62 Meter Breite an dieser Stelle durchaus als wuchtig zu bezeichnende Kubus würde dann sozusagen ein paar Schritte zurückweichen und damit den Platz erlebbarer machen. Das hätte den positiven Nebeneffekt, dass die alte Linde stehen bleiben könnte. «Diese Linde ist so schmal und hoch gewachsen, geradezu ideal», erklärte Wunderli weiter. Für ihn wäre die Verbreiterung des Trottoirs zum Platz «geradezu ein Quantensprung».

Höhere Kosten
Wie Urs Spinner, Sprecher des Hochbaudepartements, auf Anfrage erklärte, werde das Anliegen selbstverständlich geprüft. Es sei überhaupt erfreulich, dass so viele Eingaben gemacht wurden, wenn auch etliche mit demselben vorbereiteten Schreiben. Betreffend Realisierungschancen gab er einige Punkte zu bedenken. Zunächst würde das Vorhaben zu Mehrkosten führen, weil das nach hinten geschobene Gebäude im ansteigenden Gelände tiefer ins Erdreich versetzt würde. Hier wird zudem ein mittelalterlicher jüdischer Friedhof vermutet, was zu Komplikationen führen würde. Darüber hinaus käme der von der Rämistrasse her zu erreichende hintere Eingang nicht mehr auf das gleiche Niveau wie das Trottoir zu liegen. Auch müsste die unterirdische Verbindung zum alten Kunsthaus um diese 11 Meter länger gebaut werden. Nicht zuletzt würde der geplante Garten der Kunst verkleinert. Ein anderer Aspekt seien städtebauliche Überlegungen, so Spinner: «Erstens verspricht man sich viel von der geplanten Neugestaltung des Heimplatzes. Zudem ist es nicht Zufall, dass der Bau, der übrigens in der Überarbeitung bereits zwei Meter nach hinten verschoben wurde, gerade an dieser Stelle geplant ist: Man will das neue Kunsthaus durchaus zeigen und nicht verstecken.»

Platz als Gewinn
Gerade das Umgekehrte dürfte nicht wenigen der mittlerweile 320 Unterstützern des «Open Pfauen» (www.openpfauen.ch) mit ein Anliegen sein: Viele haben resigniert, weil die alten Turnhallen nicht gerettet werden konnten. (Der Heimatschutz unterlag mit seiner diesbezüglichen Einsprache vor Verwaltungsgericht.) Und sehen nun einen Lichtblick: Wenn die Turnhallen verloren sind und der Koloss nicht verhindert werden kann, dann soll dieser sich etwas zurücknehmen, dann soll wenigstens der Platz gewinnen. Und die Linde erhalten bleiben.
Dieser Tage findet eine Anhörung der Gruppe beim Hochbaudepartement statt. Die Einwendungen werden auf jeden Fall bearbeitet und in den Bericht zuhanden des Stadt- und
des Gemeinderats Eingang finden. Vermutlich nach den Sommerferien wird der Gemeinderat über den Gestaltungsplan befinden. Die Bevölkerung wird Ende 2012, anfangs 2013 über den städtischen Anteil von rund 75 Millionen Franken an den ursprünglich errechneten Gesamtkosten von 180 Millionen abstimmen. Weitere 75 Millionen muss die Kunstgesellschaft aufbringen, 30 Millionen werden dem Lotteriefonds entnommen.
Wie teuer das Projekt schliesslich zu stehen kommen wird, hängt von vielen Faktoren ab. Die Positionierung des Baus ist da nur ein Element. Die Berücksichtigung des weit herum Anklang findenden Vorschlags des «Open Pfauen» könnte möglicherweise die Bereitschaft vieler beeinflussen, sich für ein Ja zum neuen Kunsthaus zu entscheiden.

Elmar Melliger

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